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Kirchengeschichte : Lehrbuch zunächst für akademische Vorlesungen / von Dr. Karl August Hase
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Cap. III. Kirchl. Leben. tz. 68. Antonius. §. 69. Zucht. 105

Schrecken, wie nachmals über alle Gunst irdischer Könige erhaben. Durchsein Wort wurden Kranke geheilt und Dämonen ausgetrieben. Denn nichtselten erhörte Gott sein Gebet, er rühmte sich dessen nicht, noch murrt er,unerhört, sondern pries Gott über beides. Kein Erzürnter ging unver-söhnt mit seinem Widersacher, kein Trauernder ohne Trost von ihm, demvon Gott gegebenen Arzte Ägyptens im Leiblichen und Geistlichen. In derherrlichen Armseligkeit dieses Lebens wurde ihm offenbart, wo einer lebe,vollkommener als er. Paulus von Theben hatte seit der Verfolgungdes Decius in einer Höhle der Wüste gewohnt, eine Palme gab ihm Nah-rung, Schatten undKleidung, 90 Jahre waren vergangen, ohne daß Men-schen von ihm wußten. Antonius kam nur zu seinem Tode s340j .*) AmAbende seines eignen Lebens barg er sich vor der Verehrung und Störungder Menschen tiefer in die Wüste, wo er sein Brot selbst erbaute und nurzuweilen hervorkam, um für den wahren Glauben zu eisern oder Bedrängtezu schirmen, bis er im 105. Jahre verschied s356j; nicht durch Bücher, welt-liche Weisheit oder Kunst, sondern allein durch Frömmigkeit herrlich, kin-derlos der Vater eines unermeßlichen Geschlechts.

tz. 69. Kirchenzucht.

I. I?xx>. eanoriieas VionMi Llsranärini ^um 262^, 6 -rs§orii?IiLUMLtur§i, kstriLlsxanäriiil ^306^. Oauoii 68 60110 . IIlibsritanL. Isitul. äs xosnltsntia. 6 ^xr. äslapsiZ. II. kkamisr, äs Oatseliuinsms anti^. Lee. Israneot'. 688 . ä. ILori-nus, äs äiseiMria in. aämLii. ss.eiLH». xosnitsMias XIII xrimis Lasse. ?ar. 651.Vsn. 702.1. Llngge, Beitr. z. Gesch. d. Theol. u. Rel. 798. B. II.

Die zur Ausname Angenommenen mit Zurückwei-

sung aller Gewerbe, die dem Tempelcultus oder Schauspiel dienten,^) er-hielten erst nach sorgfältiger Belehrung und strenger Prüfung in aufsteigen-den Lehrlingsgraden durch die Taufe und Firmung das volle christliche Bür-gerrecht, denn wichtiger als die Menge schien jetzt die innere Güte und dergute Ruf. Die strenge Sitte wurde erhalten durch die strenge Zucht. Nuröffentliche, Ärgerniß gebende, oder freiwillig eingestandene Vergehen ver-fielen derselben. Die sich durch solche Vergehen von Christo losgesagt zuhaben schienen, wurden aus derKirche gestoßen. DieseGefallnen konntennur durch eineReihe von Bußen, nach der Art des Vergehens in denBuß-gesetzen verschieden bestimmt und zuweilen über das ganze Leben ausge-dehni, wieder aufgenommen werden. Die Macht eines aufgeregten Gewis-sens und der Schrecken einer Verstoßung aus der alleinseligmachenden Kir-che bewegte zur Übername auch furchtbarer Bußen. Denn der Unterschiedeiner Verstoßung vor Gott und aus der Kirche konnte nur selten zum Be-wußtsein kommen. Gegen Ende des 3. Jhh. bildeten sich feste Bußformenals Stufen der Zurückführung in die volle Kirchengemeinschaft. DasRecht, die Strenge der Bußgesetze in einzelnen Fällen zu mildern, das inZeiten der Verfolgung durch die Menge der Abtrünnigen und reuig Wie-

*) 3isr»ll> Vita ksuli Lrernitue. Legende. Größere Parallele vom Schuster zu Alepandrien: Vitas?atr. II. H. 121.ek. L.po1o§ia 6 ouk. p. 285.

<r) 6 oastitt. apx. VIII. 32. vrg. Vunseil, Hippolvt. B. I. S. 492.