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Kirchengeschichte : Lehrbuch zunächst für akademische Vorlesungen / von Dr. Karl August Hase
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Cap. II. Kirchmlehre. tz. 91. Marcellus. Macedonius. 133

Noch wogte der Kampf, als Athanasius, die letzten Jahre friedlichunter seiner Gemeinde, 373 starb.

§. 91. Beigeordnete Streitigkeiten.

1. Marcellus, Bischof von Ancyra, zu Nicäa der Wortführer dessiegenden Dogma, schien den Vorwurf des Sabellianismus gegen das-selbe zu bestätigen, als er den Logos für die ewige Weisheit Gottes er-klärte, die als weltschöpserische Kraft hervorgetreten, doch erst mit derMenschwerdung, als der alleinigen Zeugung, Sohn Gottes geworden sei,und nach dem Weltgericht wieder mit der Gottheit eins werde. Phoki-rr us, Bischof von Sirmium, dachte den Menschen Jesus zur vollen Ver-wirklichung des Gottesreichs geweiht und erfüllt vom Logos, einer göttli-chen Kraft, insofern als Gottessohn. Die Entsetzung des Marcellus zu Con-stantinopel s335) galt dem Abendlande als ein Märtyrerthum für dieSache des Athanasius. Die Lehre des Photinus wurde von den Eusebia-nern zu Antiochia sum 345) verdammt, er selbst zu Sirmium s351)entsetzt ; aber auch dieAthanafianer eilten durch seine Verwerfung auf derSynode zuMediolanum s347) sich selbst zu rechtfertigen/) 2. DerH. Geist seinem Begriffe nach im 2.JHH. mit dem Logos verwechselt,mußte bei der Unterscheidung alle Schicksale der Logoslehre theilen, aberdurch keine historische Person vertreten und noch Lurch kein kirchliches In-teresse getragen, blieb der Lehrbegrifs unbestimmt. Als übergetretene Eu-sebianer die semiarianische Ansicht vom Geiste beibehielten, erkannteAthanasius die Nothwendigkeit seiner Gleichstellung mit dem Sohnund bezeichnete ss. 362) seine Gegner als Streiter wider den H. Geistsuvsti^oers^oe^vr); nach Macedonius von Constantinopel, einemHaupte der Semiarianer, Macedonianer. Noch war das Urtheil freiund unter den Gelehrten hielten einige den Geist für eine Wirkung Got-tes, andre für ein Geschöpf, andre für einen Gott, andre wollten ausEhrfurcht vor der H. Schrift ihr Urtheil zurückhalten/) 3. Je ent-schiedener der Gott in Christo anerkannt wurde, desto weniger schien seineMenschheit durch die bloßeFleischwerdung des Logos hinreichend gesichert.Als daher Ap ollin aris, Bischof von Laodicea, ein classisch gebildeterPhilosoph und Freund des Athanasius, die althergebrachte, doch jetztvornehmlich vom Arianismus begünstigte Meinung dahin ergänzte ss.362), daß der Logos sich nicht bloß mit einem menschlichen Leibe, sondernauch mit der animalischen Seele verbunden habe, er selbst anstatt desGeistes svvv<:): fand mannichfacher Widerspruch dies nicht ausreichend für

a) Fragmente, des. Treffe rr); 7VÜ uloü dirsrer^r);. iVleercsilikliin. n. 8sttl>sr§,<7ostt. 794. Gegen ihne üns, Lass, xeerä N-rs>xeXXe >2 u. Treffe ist; LXTeX^sereareT'.sti;Ae»X. sBeide hinter Lies. Dsinoiest. ev. kni. 628. k. u. e. Uieiocl. st Narssi..kieeiskoiL, Oxon. 852.) 6/rllIi Uisros, 6'nt. XV, 27-33. Für ihn e Ltimii. elxvl. v.Xrisn. H. 21-35. Über ihn e üffxd, kleesr. 72.Ltiinn, äs s)i>oäis 26 s. Loorst,2,19. Lieroie, OnteN. e. 167. Likost, Gesch. n. Lehre d. Marc. u. Phot. Hamb. 837.T. Zahn, Mrrc. Goth. 867. -1 Lssil, hixx. 113. Ltkeen e^nIInä.'. I. x. 952.)

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