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Kirchengeschichte : Lehrbuch zunächst für akademische Vorlesungen / von Dr. Karl August Hase
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148 Alte Kirchengesch. 2. Per. Reichskirche. I. 313800.

mische Herrschaft in Afrika und Italien durch die Waffen seiner Feldherrn.Kirchlich fromm, mönchisch enthaltsam, geizig und verschwenderisch zu-gleich, vielgeschäftig und mit unermüdlichem Fleiße, aber kleinlichem Ta-lent, hat er nach dem Ruhme gestrebt, in sedem Gebiete des menschlichenWissens ein Herrscher zu sein. Wie er inmitten seiner Willkürherrschaft ausden Schätzen der römischen Rechtsgelehrsamkeit ein Rechtssystem aufstellenließ, welches die Schule der Jurisprudenz aller gebildeten Völker gewor-den ist: so gedenkt er als Theolog mit Vernichtung aller Ketzereien undmit Versöhnung aller Spaltungen die wahrhafte Rechtgläubigkeit aufimmerzu begründen. Während er aber mit seinen Gnaden die Kirche über-häufte, zerrüttet er Kirche und Staat immermehr durch seine Glaubens-gesetze und Vereinigungsversuche, die er im Vertraun auf eigne Einsicht,in der That ein Werkzeug feiner Hoftheologen und Verschnittenen, erließ.Seine Neigung gehörte dem Concilium zuChalcedon: aberTheo d ora,nachdem sie schamlos ihre Jugendschönheit allen Lüsten Constantinopelspreisgegeben hatte, durch des Kaisers Liebe zur Mitherrscherin über dasReich und zur Herrscherin über ihn selbst erhoben, auf dem Throne tyran-nisch, von hoher Gesinnung und untadeligen Sitten, wußte seine Be-schlüsse meist für die Monophysiten zu stimmen. 1. Als die Gespräche,welche der Kaiser zwischen Katholiken und Monophysiten angestellt hatte,zu nichts führten/) meint er die Letztem dadurch zu gewinnen, daß er ihreFormel, Einer aus der Trinität ist gekreuzigt worden, als rechtgläubiganerkannte l533). Die Katholiken wurden dadurch erbittert, die Mono-physiten nicht befriedigt. Der durch Theodoras Einfluß ernannte mono-phyfitische Patriarch von Constantinopel Anth imus s535s wurde imnächsten Jahre von der katholischen Partei verdrängt, undVigilius,der unter der geheimen Bedingung, den Monophysiten günstig zu sein,zum römischenBisthum befördert worden war s538), trug kein Bedenkensich von seinem Eide zu entbinden?) 2. Der Name des Origenes warmehr durch das Verhältniß seines Lehrbegriffs zu den Monophysiten, alsdurch seine wissenschaftliche Bedeutung, einer morgenländischen Mönchs-partei theuer, die durch TheodorusAscidas, Metropolit von Cäsa-rea in Kappadocien, Einfluß am Hofe gewann. Aber die katholische Par-tei wußte durch Mennas, den Patriarchen von Constantinopel, eineVerdammung des Origenes vom Kaiser zu erlangen s543s /) 3. Theo-doms rächte sich, indem er den Kaiser überzeugte, daß ein Verdammungs-urtheil über die Häupter der antiochenischen Schule, über Th eod or vonMopsuestia,den Lehrer des Nestorius, über TheodoretvonCyrusund Jbas von Ed essa, die Monophysiten mit der Kirche aussöhnenwerde. Justinian verdammte die unter drei Capiteln zusammengestelltenIrrthümer strin cmxitnls.) jener Kirchenlehrer sum 544s. Die Monophy-

a) 6o11a.tl0 OLtdolieor. e. Lsverianis a. 531. sNkmsi 3?. VIII. x>. 817.) b) 1,1-bera-ti Lisviar. e. 22. Vi§i1LL Austin. IX. p. 35.1 Äsnnan!

^Id. x. 38.) e) lustin. aäv. Irnxlura OiiZ. std. x. 487. ek. 395.)