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Kirchengeschichte : Lehrbuch zunächst für akademische Vorlesungen / von Dr. Karl August Hase
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180 Alte Kirchengesch. 2. Per. Reichskirche. I. 313800.

Hölenkirchen paradisische Unschuld erneuen wollten, daher auch sie jedesgeschlechtliche Verhältniß verwarfen.*) Der BischofJthaeins erlangteauf der Synode zu Cäsaraugusta s380) die Verdammung derPris-cillianisten und vom Kaiser Gratian ein Decret. nach welchem sie nichtferner auf der Erde geduldet werden sollten. Sie aber gewannen dieGunst des Hofes und dachten schon an die Verfolgung ihrer Gegner, alsGratian durch seinenFeldherrn Maximus gestürzt wurde. Der Usur-pator ergriff diePartei desJthacius, Priscillian mitGenossenwurdenachTrier gefordert und durchs Schwert gerichtet s385). Das erste Blut vonKetzern, in seierlichenRechtsformen vergossen. Noch wurde die Kirche voneinem Schauder darob ergriffen. Die Priscillianisten, von Märtyrerdlutbegeistert, überlebten die Verfolgungen bis ins 6. Jhh.

§. 127. Protestirende Kirchenlehrer.

Aerius, Presbyter in Sebafle, lehrte, im Zwiespalts mit seinemvormaligen Freunde, dem Bischof Eustathius, daß zwischen einemBischof und Presbyter kein wesentlicher Unterschied, kirchlich gebotenesFasten eine jüdische Zwangsanstalt sei, Gebet und Almosen nichts helfefür die Todten. Die Spaltung in Sebaste scheint vornehmlich dadurch er-loschen, daß der extreme Gegensatz des Eustathius selbst verworfen wor-den ist.^) Jovinianus, ein römischer Asket, wurde wegen seiner Be-hauptung, daß Fasten und frommer Genuß der Speisen, jungfräulicherStand und ehrbares eheliches Leben vor Gott gleich sei, auch die Verschie-denheit der guten Werke keinen verschiedenen Grad der Seligkeit begrün-de, von seinem Bischof Si ri ein s, und auf dessen Bericht in Mailand,wohin er sich gewandt hatte sum 390), von Ambro sius aus der Kirchegestoßen?) Vigilantius, Presbyter in Barcelona, hat sum 402) ineiner beredten Schrift gegen den kirchlichen Aberglauben die Verehrungtodter Menschen als Götzendienst, dieVigilien als Gelegenheiten zur Ta-tenlosigkeit, die Gelübde der Keuschheit als Pflanzschulen unnatürlicherLüste angeklagt, und für christlicher erklärt, seine Erbgüter weise undwohlthätig zu genießen, als sie wegzuwerfen wie eine Last. Er wurde vonseinem Bischof und einigen benachbarten Bischöfen begünstigt, Hiero-nymus übernam gegen vorinitairtius die Vertheidigung der kirchlichenSitte mit gewohnter Gehässigkeit?)

§. 128. Paulicianer. 1. Abtheilung.

I. ketrus Llonlus sum 870),

H 2 uXlxr«>v. Klssslsr, dott. 846. 4. kLot-ius, 77L^)i, P7);

*) Lxipk. Hs.sr. 52. Lusr. 31.

cr) Lxixü. Ilasr. 75. Vrg. H. 125, ä. b) Lirioil Lxx. älvsisos Lxiso. aäv.lovin. sOonstant. x. 663.) Lmltiosii Hsseilxt. 8iiie. stb. x. 670.) Uisron. I. II.aäv. 3ovin. a. 393. LuZustini Nasr. 82. vs Dons eonsjvZLlj. vs s. VliZLnitats.e) Lisrour 37. HiMLilniü a. 404. u. I^idsi aäv. VjZil. s,. 406. si?. IV.)dsunuäii äs vii. ilinstr. o. 35. I. K. 'Ualoli, äs VLZ. Iiasrstieo-vrtlioäo^o. Isn.756. skottii 8M. Owtt. t^sol. i?. VII.) 6-, L. Iimäner, äs 3ovin. st ViZil. xssirio-lis äoetr. antssiKNunis. I^xs. 840.