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Kirchengeschichte : Lehrbuch zunächst für akademische Vorlesungen / von Dr. Karl August Hase
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Cap. III. Kirchl. Leben. tz. 177. Volksgeist.

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dem Verfolgten eine Freistätte, ohne zu unterscheiden, ob durch Recht oderGewalt verfolgt. Die Gewaltthätigen wurden durch herzerschütterndeSinnbilder des gegenwärtigen Gottes und durch Erzählungen von gött-lichen Strafgerichten geschreckt. Am tiefsten war das 10. Jhh. in einengedankenlosen Kampf allgemeiner Raubsucht versunken, ein träumerischesGefühl des Absterbens ging durch die jugendlichen Völker, noch ein Nach-klang der Götterdämmerung/) und erwartete mit dem Schlüsse des Jahr-tausends das Ende der Welt./ Aber das srischeLeben erwachte durch denKampf wie durch die Nacheiferung der Saracenen in Spanien, und wuchsimKampfedes PapstthumsmitdemKaiserthum. DieFreude dieses Lebenswar zunächst bei dem Adel und Klerus. Ein freier Bürgerstand strebte,wenn nicht nach öffentlicher Freiheit und Gerechtigkeit, doch nach Freihei-ten und Gerechtsamen. Das weibliche Geschlecht wurde nach den beidenStandpunkten der Betrachtung verherrlicht bis ins Abenteuerliche, oderals hinfällig und gefährlich bezeichnet. Mit den Kreuzzügen entwickeltesich die volle Eigenthümlichkeit des Zeitalters: die schrankenlose Herrschaftder Empfindung und des Gemüths, das Zerfallendes Lebens in eine derbsinnliche und in eine ideale, über alles Irdische Hinausstrebende Richtung,die Mischung aller abendländischen Volkstümlichkeiten unter einanderund mit den Anschauungen des Morgenlandes; der beschränkte Gesichts-kreis wurde weit ausgethan, nicht alle wandelten ungestraft unter Pal-men./ Die sinnliche Frömmigkeit verlangte und glaubte Wunder allerArt, das Morgenland öffnete seine Gräber, absonderliche Reliquien ver-gegenwärtigten die heilige Vorzeit. Manches Geräth und Sinnbild, all-mälich oder zufällig zum Heiligthum geworden, hat dann in der Legendeeine altkirchliche Begründung erhalten, auch mit der altgermanifchen Volks-sage sich verbunden./ Der Aberglaube gehörte dem Zeitalter an, von derHierarchie ward er benutzt, gemehrt, auch wo es ihre Interessen erlaubten,bekämpft, so im erneuten Widerstreben gegen die Gottesurtheileinsbesondre durch Zweikampf/) und gegen die vielfachen, nicht völligchristianifirten Überreste germanischen Heidenthums?) Die Gottheit wurdevermenschlicht, Menschen vergöttert, alte Heilige neu entdeckt, und dieGegenwart fühlte sich lebenskräftig genug, neue Heilige zu creiren. Des

Vrg. Aasxrlli, hrsg. v. Schmeller, Münch. 832. e) Lddo Lbbas kloiiao, XxoloAel.sftg.1Is.. kibl. Vk. V. XIV. x. 141.) Vielfach in Schenkungsurkunden. Vrg. Lücke,Einl. in d. Offenb. Joh. Bonn 852. S. 1883 f. Später Nachklang: klaoickusUntli, kiAur. ftoinitisäs 6Isie1rsii. Lrk. 788. Thilow, Beschr. d. Grates u. d. Ge-bern! 1. G. v. Gl. u. sr. beiden Weiber. Gotha 838. G. Nlippel, Bigamie d. Gr.Ernst III r. Gl. sZts. s. hist. Th. 844. H. 4.) L. steste, d. Sage v. d. Doppelehe einesGr. Gleichen. sArch. f. sächs. Gesch. 883. B. I. H. 3.) ist 0, Oordoron, List. äs Inrvve srirsovutuie än monask. ä'Xrxenteuil. kni. 677. I. Mapr, Gesch. L.h. Rocks.Trier 844. I. Kildemeister u. ft. o. Zgöel, d. h. Rock zu Trier u. d. 28 andern h. unge-näbtenRöcke. Düffeld. 844. 3. A. 845.Derungenähte graue Rock Ch. AltdeutschesGedich:, hrsg. v. F. o. d. Hagen, Brl. 844. IN 6ono, Valontin, III. n. 855. e. 11.l 2. sAnus. I. XV. x. g.) Innoo, III. I. XI. ex. 48.1. XIV. ex. 138. i! BniokaräiDecr. Eol/ p. 1g2. I. Zehr, d. Abcrgl. u. d. kath. K. d. MA. Stuttg. 857.

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