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Kirchengeschichte : Lehrbuch zunächst für akademische Vorlesungen / von Dr. Karl August Hase
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248 Mittlere Kirchengesch. 3. Per. I. 8001216.

keitserklärungen nachgegeben, die nur zu oft behauptet werden konnten.Jnnocenz beschränkte das Ehehinderniß auf den 4. Grad der Verwandt-schaft oder Verschwägerung, und betrachtete auch diese Schranke nur alsmenschliche, naturgemäße Satzung/)

tz. 18 t. Klosterteben.

Im 9. Jhh. waren die Klöster als Lehen und Erbe weltlicher Herrenangesehn, unter deren Herrschaft sie noch mehr als durch die Einfälle derNormannen verödeten oder verwilderten/) Aber die glänzende Weltver-achtung des Klosterlebens entsprach einer Richtung des Zeitalters, Einigevon jung auf unheimisch in der Welt bedurften dieser frommen Einsamkeitund Gemeinschaft, Andre nach dem Sturme einer plötzlichen Bekehrungoder zur Sühne eines wilden Lebens. Daher mit dem erwachten kräftigenVolksleben und dem germanischen Corporationsgeiste eine Reihe folgen-reicher Bestrebungen, durch Erneuerung und Schürfung der Regel Bene-dicts dem Kloster seine Bedeutung zu sichern. Manche Äbte traten, gestütztauf päpstliche Privilegien und königliche Lehen, an die Seite der Bischöfe.Doch erhielt sich das volksthümliche Element der Kirche vornehmlich inden Klöstern. Das Mönchthum, dem Klerus im Einzelnen oft mißgün-stig, im Ganzen engverbunden, durch Exemtion von der bischöflichen Aus-sicht meist unmittelbar im Dienste der Päpste, wurde s. dem 10. Jhh. alsein besondrer geistlicher Stand sorcko der rslixiosi) betrachtet, der für dieweltlichen Geschäfte Laienbrüder soonvsrsi) annam, so daß die großenBenedictinerabteien alle Gewerke für ihre Bedürfnisse, besonders zu Bau-ten in sich trugen. Auch in den Städten war Klostereinsamkeit zu berei-ten, am liebsten gründete man Klöster in schöner Wildniß. Ein solchesKloster wurde zuweilen der Mittelpunkt aller Lebensverhältnisse der Um-gegend. Klöster erhoben sich auf blutgedüngtem Boden, auf der Stättevon Heidentempeln und als Grabstätten erlauchter Geschlechter/) odersentimentale Sagen hefteten sich an die düstern Mauern/) Die Kloster-tracht, anfangs meist eine gemeine Volkstracht, wurde zum fremdartigenOrdenskleide. Zur Mehrung und Schmälerung des Klosterguts wiederhol-ten sich die Schicksale des Kirchenguts ; Beerbung der Insassen war der ge-wöhnliche, Urbarmachung wüsten Landes der edelste Erwerbs-Titel. Diedurch Strenge der Regel und Heiligkeit der Gründer rasch heranwachsen-den Orden verwickelten sich in den Widerspruch eines Gelübdes der Ar-muth mit dem Genüge der gewonnenen Reichthümer. Mönche und Non-nen wohnten zuweilen unter einem Dache smonastsrinin änxlsx) . Ge-heime Sünde oder öffentliche Schmach Einzelner und ganzer Klöster wird

1,00 VII, Lx. LbsrNurct. sLvslltmi ViMLl. Lchor. IV, 23.s Uöljmer sH.144,vj. luirov, III. Nxp. I, 143. IX, 75. XI, 181. 60116 . I,g.töiLir, IV. e. 58-52.

a> Lpiscoporuin I?x. ästigst. a. 858. 0 . 8. sVLltsr V. III. p. 86.s Oom:, Iros-loZau, L. 988. c. 3. sULLsi I. XVIII. x. 278.j k>> S. Aöhler, d. Kloster d. h. Petrusaufd. Lauterberge b. Halle. Dresd. 857. 4. <:> DasPriorat äss ctsux amoursux bei

Rouen, s. steigst B. II. S. 471.