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Kirchengeschichte : Lehrbuch zunächst für akademische Vorlesungen / von Dr. Karl August Hase
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Cap.lV.Kirchl.Wissensch.h.195.Abälard.h. 196. H.Schritt. 265

und einen Tempel, den er dem Geiste, dem Tröster, weihte. Von neuembedroht folgt er der Wahl zum Abte des Klosters S. Gildas zu Ruits inder Bretagne )1126), und übergab sein Paraklet Heloisen als Abtei?)Nach einem Jahrzehnt vergeblicher Kämpfe für die Herstellung der Kloster-zucht kam er noch einmal auf seinen Lehrstuhl nach Paris zurück. Der h.B er nharr stellte sich an die Spitze feiner Feinde. EineListe von Ketze-reien wurde aus seinen Schriften gezogen, vieles, das der hergebrachtenLehrweise widerstritt, oder als Folgerung gegen den Kirchenglauben gedeu-tet werden konnte. Das Wesen der Anklage betraf die Scholastik selbst:ein Mißtraun gegen Gott im Geltendmachen der Vernunft gegen die kirch-liche Auctorität, eine Entweihung der göttlichen Geheimnisse durch ihrefreche Zergliederung?) Abälardmit gebrochenem Geiste appellirte von derSynode zu S e n s sl 140), die seine Schriften verurtheilte, an den Papst,der ihn auf Bernhards Bericht zu ewigerKlosterhaft verdammte?) Petrusvon Clugny sicherte ihm eine Freistatt und übergab Heloisen den Leich-nam ihres Freundes?) ein reich von Gott geschmücktes Opfer für die Frei-heit des Geistes im Leben wie in der Wissenschaft. Das Zeitalter blieb inLiebe und Haß über ihn getheilt. Das Grabmal vonAbälard und Heloiseauf dem Friedhofkors lm Oüaiss nach der Revolution ist ein Heiligthumdes französischen Volks geworden.

§. 196. Die Heilige Schrift und die Nationalliteratur.

Aus Leu Kreisen der Mystik und Scholastik sind mannichfache Schrift-werke hervorgegangen, aber bei der lebendigsten Regsamkeit des Geistesfehlte der Sinn für die eigenthümlichen Zustände der Vorzeit, welche zwarnicht unbekannt, aber tief in die Färbung der Gegenwart getaucht war,die sich doch wiederum nur als Tradition aus der Vergangenheit darstellte.Auch um die H. Schrift bildete sich eine reiche Literatur. Die ÄbtissinH errad von Landsperg hat in ihrem Lustgarten sum 1175) eine Über-sicht weltlichen Wissens in die biblische Geschichte verflochten.^) Alles istvoll biblischer Anspielung. Während aber die Juden durch arabische Bil-dung zur Untersuchung des hebräischen Textes kamen, erklärte man in derKirche die H. Schrift ohne Kenntniß derSprachen. Die Handschriften derVulgata gingen weit aus einander. Insgemein wurden die Glossen desWalafrid Strabo )849) und Anselmus von Laon ssi 1117) ge-braucht, Worterklärungen und Paraphrasen nach den Kirchenvätern?)

!h Lvael. Ilist. calainitatuiir snar. )Dp. I. Opp.) o) Lornaräi Dp. 188 kardi-nales. Dp. 189 ad lnnoo. 4r. äs erroribus Xb. sOxp. 4. IV. x. 114.) Auch mit demIv-äsx XIX eapitnl. in Abälards Werken, ch Synodalschr. an den Papst v. Bernhard,Dp. 379. Näkardo Apologie Dp. 29. sOxp. x. 339.) Satyre auf die Synode von-ronZarias 8<LoIastious, Lxol. pro mazistro c. ksrnard. sLdasI, Oxx. x. 392.)e, kotri Von. Dp. a'i kiel. üsloissas kstinm. sLdaöl, Opp. x. 337.)

a) Lortns äelioiarnm, Hdsch. mit Miniaturen in derBibl. zu Straßburg bis 1879 !Engelhardt, Herrad v. L. u. ihr Iloitus äslio. Stuttg. 818. d) Vkalalriäi trlossa 01 -dinaria in Liblia. )Opx. Dar. 852. 2 4. 1'utrol.. lkliZns 4. 6XIII.) Lnsolmik'lossa intsrlineaiis. Las. 592. 4.