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Kirchengeschichte : Lehrbuch zunächst für akademische Vorlesungen / von Dr. Karl August Hase
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Mittlere Kirchengesch. 3. Per. I. 8001216.

K. 199. Slaven.

Die slavischen Völker glaubten ein Urwesen, ehrten aber ein ihm ent-sproßnes Göttergeschlecht in zwei Linien weißer und schwarzer Götter, sodaß die letztem zwar die zerstörende Naturkraft vertreten, doch nicht unbe-dingt bös in der Verwesung den Keim des Lebens bergen. Die Götterwurden in unförmlicherSymbolik dargestellt, die Volksstämme hatten hei-lige Städte und Hierarchie?) Die Bekehrungen Karls d. G. unter denSlaven waren so vorübergehend, als seine Eroberungen. Dem Erzbischofvon Salzburg und dem von Lorch, in dessen Rechte der von Passau ein-trat, war die Bekehrung und geistliche Gerichtsbarkeit ihrer slavischenGränznachbarn an derDonau übergeben worden?) Aber die Verbindungmit Deutschland war unter den Slaven zu verhaßt, deutsche und lateinischeSprachezu fremd,um das Christenthum zu verbreiten. Griechische Mönche,Cyrillus und Methodius, brachten den Mähren Predigt, H.Schrift und Gottesdienst in slavischer Sprache s863), sie traten in Ver-bindung mit Rom, ohne doch ihre griechische Eigenthümlichkeit zu verleug-nen. Methodius, nachdem er in Rom zum Erzbischof der Mähren geweihtwar, auch die päpstliche Bestätigung des slavischen Gottesdienstes erhal-ten hatte s880s, weil Gott von allen Völkern gelobt werden solle und alleSprachen verstehe, begann eine Nationalkirche aufzurichten. Aber dasmährische Reich wurde s908) von den Böhmen und Ungarn mit demSchwerte getheilt, deutsche Bischöfe zugleich mit dem besser unterrichtetenPapste verstanden es, die slavische Kirchensprache und das Andenken dergriechischen Kirchengründer auszutilgen, nur in einzelnen Gemeinden, be-sonders in Jllyrien erhielt sich der slavische Ritus?) DerHerzog B orziw oivon Böhmen wurde gegen Ende des 9. Jhh. durch erwünschte Ver-heißungen desMeth odius zur Taufe bewogen. Gegen das Ende seinesLebens zog er sich mit seiner heiligen Gemalin Ludmilla aus der Weltzurück. Sein Enkel, Wenzeslav s928-38), trieb das Christenthummehr wie ein Mönch als wie ein Fürst. Die Feindschaft wegen des Glau-bens, welche das Volk zerspaltete, drang in das Fürstenhaus, Ludmillawurde nach der Sage durch ihre Schwiegertochter, Wenzeslav durch seinenBruder ermordet. Nach schwerer Verfolgung erhielt das Christenthum unter

<r) Pisuesi, äs äiis 8oi»vor. st ul. 8Is.vor. sHollmann, 8err. rsr. I.o83.t. 1. II.sMone, Gesch. d. Heidenth. im nördl. Eur. B. I. Gieseler, üb. d. Verbreitung christl. dual.Lehrbegr. unter den Slaven. sStud. u.Krit. 837. H. 2.) hannsch, d.Wiss. d. slav. My-thus. Lemb. 842. p. I. sichafarik, staw. Alterthümer, hrsg. v. Wuttke, Lpz. 843. 2B.b) E. L. Oummler, Piligrin v. Paffau u. das Erzb. Lorch. Lpz. 854. c) I. Vitutton-stLLtini sOyriliis. sXctu 88. Uuit. 1. II. x. 19.s Pisvbxlsii vioelentis sum 1181sksZnriln 8Is.r-oi. c. 8ss. sSchlözers Nestor B. III. S. 153.s NrmsiP.XVII. x. 132.II. Lssomaui Xuisrxlaiia Lee. nniv. liom. 755. 4. V. III. kilure stUoiavstr, No-ruvias Ilisl. seel. st pol. Lruani 785 ss. 3 2?.2. Ooörowsiih ^ Cyr. u. Meth. d.Slaven Apostel. Prag 823. Mähr. Legende v. Cyr. u. Meth. Prag 828. Oluzoiitica,Urspr. d. röm. slav. Liturgie. 2. A. Prag 832. 2. Einzel, Gesch. d. Slawenapost. Cy-rill u. Method. u. d. slaw. Liturg. Leitmer. 857. Wattenimch, Beitrr. z. Gesch. d.Kirche in Mähren u. Böhm. Wien 849.