344 Mittlere Kirchengesch. 4. Per. I. 1216—1517.
Das Buch von der Nachahmung Christi, um dessen VerfasserMönchsorden und Nationen gestritten haben, eine Bibel in Sinnsprüchenfast poetischer Form, zeigte, im stillen Gegensatze des Heiligendienstes,des äußerlichen Klosterlebens und der Minoritenfabeln, die wahre innereNachfolge Jesu im Ertödten der Selbstsucht und in unbedingt sich hin-gebender Gottesliebe; die Rose im Klostergarten der Brüder des gemeinsa-men Lebens?)
H. 247. Überschreitung und Vermittlung.
Was von T o urn a y erzählt wird, beweist wenigstens, daß man derScholastik den Übermuth zutraute zu meinen, von ihrer Gunst und Dia-lektik hänge Sein oder Nichtsein des Christenthums ab?) Den Scholasti-kern wurde vorgeworfen, daß über ihren Wortstreitigkciten das göttlicheWort vergessen, über ihrenSpitzfindigkeiten der Ernst des christlichenLebensverflüchtigt werde, und die Theologen den andern Gelehrten als Phantastengälten. In diesem Sinne haben Gerson und Nie. v. Clamenge eineReformation des theologischen Studiums gefordert?) Die halbe Wahr-heit auf Seiten der Scholastik wie der Mystik lag so offen, daß die Ver-mittlung nicht aufgegeben werden konnte. Sie ist zur Blüthenzeit der Scho-lastik von Bon «Ventura sJoh. v. Fidanza, Dr. 8sraplrieus,ff1274s,in ihrem Verfall von Gerson sJoh. Charlier, Dr. olli-istianissimu^-s 1429)) versucht, doch mehr in ihrer Persönlichkeit, als in wissenschaft-licher Gestalt erreicht worden. Bonaventura ist von der Scholastik aus-gegangen, aber auch ihre subtilsten Bestimmungen hat er mit seiner In-nigkeit erquickt. In seiner gemüthvollen Beschaulichkeit des innern undäußern Lebens als eines Spiegels der ewigen Wesenheit, von der Kirchezu weitgreifender Thätigkeit berufen, ist er eine der hohen Gestalten, andenen sich das in sich befriedigte Kirchenthum glorreich darstellt an sei-nem Sarge weinten die Repräsentanten des Abendlandes und Morgen-landes?) Gerson hat vom katholischen Standpunkte seiner Mystik aus,
L) vs iinitations 6K. XrKent. 472. u. o. in allerlei Sprachen, s. Rakrio, Likl. insä.stink. Rat. 1. IV. x. 215. Th. a Cempis, Nachfolge Ch. übrs. v. Delhmanu-hollweg,Hmb. 864. — Silbert, Gersen, Gerson u. Kempis, welcher ist Vrf. Wien 828. k, äskrsAOix, äs iinit. 6K. Xquas 8ext. 833. 4, Union, Rsoksrskss SUI ls vsritablsantenr. sXaaä. ro^als äs LelZique. Lrnx. 848. 4. il. XIV.) Schwalb, d. Büchl.v. d.Nachf. Ch. Brl. 872. Bähring, Thomas v. K. Prediger d. Nachf. Ch. Lpz. 872.A. Hirsche: Prolegomena z. AuSg. der Iinit. 6K. Brl. 873. B. I. u. l'doillLs Lsrllxsn-sis äs Iin. 6K. 1. IV. sx antoßiapko. Lei. 874. — 8sounäns traet. äs iinit. 6kr.sist es nicht) sä. Inohnsr, Ooett. 842. 4. Vrg. Ullmann in Sind. u. Krit. 843. H. 1.
o) Ut. karis aä ann. 1281. x. 144. Dgg. Ssni. RauLavönsis I-. äs scrr. sec.e. 24. sRakr, Likl. soo. V. II. x. 121.) b> tlsrs. Rxx. II. äs Ikkorw. rksai.fOxx. 4?. I. x. 121.) Ria, äv Lismanbis I-. äs stnäio. Id. sv'Lokorx, 8piail. 4?. I.p. 473. Xnrora. sä. Lekopll, viesä. 857. I'. II.) es Oorn insular. inIV1. 8entt.Lrsviloqninnr feä. Rskslo, 4nk. 845. 48.) 6sntiioqniun>.— Itinsrsiinwinsntisinvenw. 8tiinuius. Invenäinin ainoris. Oxx. gussn 8ixti V. sinenä. Korn. 588.8 I. t. Ven. 751 SS. 13 4'. 4. —' Xsta 88. äul. P. III. r>. 838. W. hollenberg,Studien zu Bonav. Brl. 862. sStud. u. Krit. 868. H. 1.) Ratio dlovas 6oileot. Oxx.8. Ronav. laurini 874.