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Kirchengeschichte : Lehrbuch zunächst für akademische Vorlesungen / von Dr. Karl August Hase
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Cap.I. Reformation, h. 294. Augsburg, h. 295.Religionsfr. 401

faßte, von Luther im Entwurf mit leiser Rüge ihres Leisetretens gebilligte, *>)nachträglich gerühmte und von den protestirenden Dürsten nebst zweiReichsstädten unterzeichnete Co nfe ssi on, als das Äußerste, was manzum Frieden bieten könne, wurde vor der Reichsversammlung zu Augs -bürg durch die sächsischen Kanzler am 25. Juni in deutscher Sprache ver-lesen und dem Kaiser in Latein und Deutsch übergeben, eine religiöse,praktische und politische Schrift, in der weniger die eigenthümliche Enr-wickelung des Protestantismus, als die Übereinstimmung mit dem altka-tholischen Glauben und derWiderspruch gegen Mißbräuche hervorgehobenist, die als solche großentheils von allen gebildekenZeitgenossen anerkanntwaren. Einige Prälaten stimmten dafür, die Feder zur Antwort in Blutzu tauchen: aber einige Fürsten und Herren erkannten durch dieses Be-kenntniß, daß sie bisher über die neue Lehre falsch berichtet waren, unddie Protestanten erhielten dadurch ungesucht ein Zeichen und Pfand ihrerGlaubenseinheit. Der Kaiser ließ eine von Eck, Faber, Cochläus undWimpina verfaßte Confutatio f3. Aug.f vorlesen, deren Kläglichkeitden Muth der Protestanten erhöhte.Ein vvm Reichstag niedergesetzterAusschuß von Fürsten, Rechtsgelehrten und Theologen kam auf Grundder Confession in der Lehre durch zweideutige Zugeständnisse katholischerSeits, über Sitte und Verfassung durch ihr protestantisches Zugeständnißals menschliche Ordnung, einer Ausgleichung nahe, die nur an gegensei-tigem Argwohn zu scheitern schien. Als die protestirenden Stände am22. Sept. eine Widerlegung der Confutatio übergaben, weigerte derKaiser ihre Anname und ließ ein Decret ausgehn, daß die Confessiondurch unzweifelhafte Gründe derH. Schristwiderlegtsei. DaherMelanch-thon, über solche Mißhandlung empört, seine Apologie noch einmalüberarbeitete und als eine Appellation an Mit- und Nachwelt noch wäh-rend des Reichstags herausgabt) Der Reichstagsabschied v. 19. Nov.drohte die Ausrottung der neuen Secte. Die protestirenden Fürsten,Christi Gunst höher achtend als des Kaisers Abgunst, waren nach einge-legter Protestation bereits abgereist.

tz. 295. Schmalkaldischer Bund und Friede zu Nürnberg. 1531. 1532.

Zu Augsburg war die Gefahr offenbar geworden. Zunächst schrittdas Kammergericht, auf den Reichstagsabschied verpflichtet, wegen Ein-ziehung geistlicher Güter mit Processen gegen die protestantischen Ständevor. Daher diese, nachdem auch die Wittenberger Theologen erkannt hat-ten, daß Reichsstände als Obrigkeit berechtigt sein ihre Unterthanen gegenungerechte Gewalt zu beschirmen/) auf dem Christfeste 1530 zuSchmal-

b) L. I. Tiückert, Luth. Vrh. z. A. Bekenntn. Jena 854. Dgg: fL. Br. B. IV. S. 17 u.68.) H. Calinich, L. u. d. A. C. Lpz. 861. I. Anaake, L. Antheil an d. A. C. Brl.863. E. Lrank, d. Vrh. L. z. A. C. fZts. f. wiff. Th. 861. H. 1.) o, Vutd, I.. in»IL OovniAica. Isen. 866. c) 0. Lass, LvncorUta,. 3. x. I.III. Lörstemanit,Urkundent. B. II. S. 483. 530. <j) öpiecker, Melancht. zu Augsb. fZts. f. h. Th.

845. H. 1.) G. plilt, d. Apol. geschichtl. erklärt. Erl. 873.ch W-lch B. X. S. 686. vrg. 656.

Kirchengeschtchte. 1t>. Aufl.

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