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Eap. I. Reformation, tz. 296. Zwingli.
seiner evangelischen Predigt als Leutpriester nach Zürich berufen, erhober im Münster am Neujahrsmorgen 1519 seine volksthümlicheBeredtsam-keit für die Reformation der Kirche und der Sitten. Die Eidgenossenschaft,im Rechtsbewußtsein noch als Bestandtheil des deutschen Reichs, lebte inder Erinnerung großer Thaten, durch welche die Freiheit ihrer Berge wie-dergewonnen war; doch die alte Biederkeit und Eintracht gefährdet durchdas Laufen in fremde Kriegsdienste. Als ernster Republikaner eiferteZwingli gegen dieOligarchen, ihre Jahrgehalte von fremden Fürsten undihren Handel mit Chrifienblut?) Im Gefühl seiner Selbständigkeit hattedas Volk die Anmaßungen der geistlichen Gerichte beschränkt fS. 307s.Aber die unbeschäftigte kriegerische Jugend führte des Papstes Kriege umGeld. in dessen Ermangelung Julius II mit kirchlichen Gaben und Ehrengezahlt hatte, und helvetischer Treue vertraute der Statthalter Christi dieSicherheit seines Leibes vor dem Wankelmuthe des römischen Volks. ZuZürich residirte ein Nuntius, von welchem Zwingli 50 Gulden jährlich zuBüchern bezog. Bernhardin Samson. ein Franciscaner aus Mailand,eröffnete einen Ablaßkram für die Eidgenossen s1518s. Zwingli predigtegegen ihn, aber der Bischof von Konstanz selbst veranlaßte die Stadt Zürichihm ihre Thore zu schließen, und auf eine Beschwerdeschrift über die Fre-vel des Ablaßhändlers verhieß Leo X ihn zur Verantwortung zu ziehn.Zwingli kannte einige Schriften Luthers, aber, wie ungleich an religiö-sem Tiefsinn und Genius, war er durch das Studium derH. Schrift selb-ständig zu einer Überzeugung gekommen, die sich weit rascher und unbe-dingter von der alten Kirche losriß/) in Kraft der Forderung, daß alles,was nicht aus der H. Schrift zu erweisen, getilgt werden müsse ; nur daßer. obwol die Wahrhaftigkeit als das höchste achtend, über manchen längsterkannten Irrwahn noch zu schweigen für nothwendig hielt?) SeineSchriften heben vom Durchbrechen der Fastengebote an/) versteigen sichaber in kühne Speculationen der Gottallheit, die doch bei seinem prakti-schen männlichen Gemüth immer wieder einlenken zu dem. was einer ver-ständigen Einsicht zusagt und zur sittlichen Beßrung dient. Im Gegensatzeder Werkheiligkeit fand auch er die alleinige Rechtfertigung in Christi Ver-dienst als freudige Heilsgewißheit. Aber die Erbsünde ist ihm bloß ein vonAdam her stammender Brest, der sittliche Wille nur der Vorsehung gegen-über unfrei, zur Gemeinschaft der Seligen gehören auchHerkules, Sakra-les und die Catonen, obwol auch sie durch Christus?)
ch Dullinger, B. 1. S. 41. 48. 51. ch Belege b Mscheler, Z. Lebensgesch. Zür.776. S. 157. Schüler, S. IIS. 333. o) LottillZsr, 8. es«. 8. XVI. k.Il.x. 207.ch Von Erkiesen u. Freyheit der Spyscn. Zär. 522. ej 6oai. <ie vsia st t'als» rel.'Ich. 525. I'iäsi ratio nä tchr. Iinp. Ich. 536. 4. 05 1 - äset drsvis st clsra exx. aätiegsw vdr. ssä. LllllinAers Ich. 536. vs xiovilisntch. sOxx. I. I.s — E. Zelter,d. theol. System Zw. Tüb. 853. vrg. Th. Jhrbb. 857. H. 1. h. Sigwarl, Zw. Cha-rakter sr. Theol. Stuttg. 855. hlindeshage«,t. Ckarakterist. Zw. lStud. u.Krit. 862.H. 2/ h. Sporn, Zwingli-Studien. Lpz. 866.
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