404 Neue Kirchengesch. 5. Per. I. 1517—1648.
§. 297. Einführung -er Reformation.
Der große Rath von Zürich gebot s1520), daß alle Prediger sich andie göttliche Schrift halten, aber von zufälligen Neuerungen und Men-fchensatzungen schweigen sollten?) Wegen der Widerstrebenden wollteZwingli, damit die Wahrheit offenbar werde, 67 Sätze gegen dieganze Äußerlichkeit des katholischen Kirchenwesens auf dem Rathhause zuZürich s29.Jan. 1523) öffentlich vertheidigen ; nurFaber von Konstanzmachte einige Einreden?) Ein zweites Religionsgespräch s26-28. Oct.)entschied gegen Bilder und Meßopfer.") Durch die Behauptung des allei-nigen Beweises aus der durch die Schrift erklärten H. Schrift war ein leich-ter Sieg auf Seiten derReformation. Vornehmlich Leo Judä, Zwing-lis Amtsgenosse, übertrugLuthersN.Testaments1524), dasA. Testamentaus dem Grundierte in Schweizer-Deutsch und -Meinung fb. 1529)?)Zwingli achtete jede Gemeinde, soweit sie aus der H. Schrift unterwiesenein sittliches Gemeinwesen bildet, für vollkommen berechtigt gegen dieganze Hierarchie. Der große Rath, auf die Volksmeinung gestützt, führteunbekümmert um die Protestation des Bisthums Constanz eine evangeli-sche Kirchenordnung ein s1524 f.)°) Die Landsgemeinde in Appen-zell Außer-Rhoden beschloß s1524), daß allen Predigern, welche lehr-ten, was sich nicht aus der Schrift erweisen lasse, Brot, Mus und Schutzgenommen sein solle?) In Bern predigte Berth o ld Haller s? 1536)bedachtsam für die Reformation?) Manuel gab in einem Fastnachts-spiel die Habsucht des Klerus und seine Furcht vor dem Evangelium demöffentlichen Spotte preis?) Ökolampadius aus Weinsberg sff 23.Nov. 1531), sonst schüchtern, friedfertig und der gelehrte Freun^desErasmus, durch den Sturm dieser Zeit als ein Streiter des Herrn umher-geworfen, führte Basel derReformation entgegen, die hier doch vornehm-lich durch Luthers Schriften verkündet wurde?) Die katholisch gesinntenOrte, um die Gegner mit ihren eignen Waffen zu schlagen, schrieben imVertrauen auf v. Eck eine Disputation nach Baden aus Wai 1526).Zwingli achtete die Stätte ihm nicht für sicher. Gegen Eck hat vornehm-lich Ökolampadius über die Gegenwart des Fronleichnams im Sacrament,
a) Lntzli, Beitrr. B. II. S. 237. Dullinger B. I. S. 32. b) ii.itioulaiuill 6on-olusionss. sOxx. 1. I. x. Ist Lxxirmatio. sld. p. 3st e4vta äisxnt. sr.II. x. tz»7stBullingerB. I. S. 84. 97. «j ActainZw. Werken. B. I. S. 539. Lullmger B. I.S. 126. <0 Dasekhtclt fest an derLuther-Bibel, die auch einigen andern Cantonen nicht
fremd blieb. Der» hat eine Übersetzung des HerbornerProfefforpiscator s16»3, beiWort-treue und durch dieselbe oft nicht deutsch und nicht deutlichst 1884 eingeführt. 9. MtZger,Gesch. d. dt. Bibelübrs. in d. schweiz. K. Bas. 876. e) 5. Hetz, Urspr. u. Folgen derdurch Z. in Zür. bewirkten Ref. Zür. 82». 4. /st Maarers Bericht bei Zimker, B. I.Th. III. S. 8»3. Airchhoser, B. Haller u. d. Ref. v. Bern. Zür. 828. C. pesta-lozzi, B. Hall. sBäter d. ref. K. 9. Tst ist C. Grnneisen, Niclaus Manuel. Leben u.Werke. Stuttg. 837. sEeüardt, N. Manuel ist Tendenz-Romanst rj ktrxnaons st Ou-xito, äs vita st oditn Oeo. vor s. u. Zw. Lxx. — s. Hetz, Lebensgesch. 2. Oek. Zür.793. 2. Herzog, Oek. u. die Ref. z. Basel. Bas. 843. 2 B. Hagenbach, Oek. Leben u.ausgew. Schrr. 859. sBäter d. ref. K. 2. Tst