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Kirchengeschichte : Lehrbuch zunächst für akademische Vorlesungen / von Dr. Karl August Hase
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406 Neue Kirchengesch. 5. Per. I. 15171648.

die von den Eidgenossen gemeinsam regierk wurden, war das Zusammen-stoßen der Parteien unvermeidlich. Das Verbrennen von Bildern, ja vonKlöstern in diesen ihren Unterthanenianden mußte die katholischen Ortetief verletzen. Sie schwuren jeden Verächter der Heiligen und der Messe zustrafen. Verstümmelungen und Hinrichtungen bewiesen den Ernst ihresEides?) Diereformirten Städte errichteten unter sich ein christliches Burg-recht, in das auch Straßburg und Constanz traten?) Die 5 katholischenOrte schloffen ein Bündniß mit Ferdinand von Östreich zur Beschirmungdes Glaubens. Unterwalden fiel ins Berner Oberland zur Unterstützungeines Aufstandes gegen die aufgedrungene Reformation?) Zwingli for-derte Krieg, die Städte führten ein übermächtiges Heer ins Feld, die 5Orte erkauften den Landfrieden s24. Juni 1529) durch Zugeständnisse:der Glaube solle jedem Theile frei sein. jede Lästerung gestraft werden, injever Gemeinde der gemeinsamen Herrschaften das Mehr über die Religionentscheiden ; der östreichische Bnndesbrief wurde zerrissen, hinsichtlich derfreien Predigt begnügte man sich mit allgemeinen Verheißungen?) Aberan ihre Erfüllung im Sinne der Züricher hatten die Katholischen nie ge-dacht. die Lästerungen waren nur der Ausdruck einer gemeinsamen Gesin-nung. Zunächst wegen der ungestraften Lästerer verboten die Städte Zu-fuhr und Handelschaft ins Gebirg?) Um nicht zu verhungern, griffen die5 Orte zum Schwerte. Die Städte waren nicht gerüstet. beiCappelam11. Oct. 1531 traf das katholische Heer auf die Vorhut von Zürich.Zwingli, in den letzten Jahren vielfach bedroht und verdüstert, unter wei-ten politischen Plänen, in Todesahnung, andern möglichst wenig. Gottund seiner Sache alles vertrauend . zog als Pfarrer neben dem Bannerder Stadt. Zürich verlor die Schlacht, auf der Wahlstatt lagZwingliund um ihn der Kern reformatorisch gesinnter Männer?) Zwar entwickel-ten die Städte bald ihre überlegene Macht, aber der Muth des Siegs unddie Einheit war bei dem katholischen Heer. Aus trostlosen Zuständen hatsich das reformatorische Bewußtsein in Zürich selbst nur allmälich wiedererhoben, an Zwinglis Stelle trat Bullinger. s-j- 1575) so vaterlän-disch, mild und protestantisch gesinnt, daß den Leuten vorkam, als seiZwingli von den Todten erstanden?) DerReligionsfriede sitz. Rov.)erkannte das Recht eines jeden Kantons zur freien Anordnung seiner Re-ligion, aber in den gemeinen Herrschaften und in den noch unentschiedenenOrten wurde fast überall die alte Kirche gewaltsam wiederaufgerichtet?)

-1 Lullinger B. I. S. 145. 182. e) L. Avisier, d. chr. Burgrecht. Luz. 87k. ch But-linger B. II. S. 21.48. Eb. B. II. S. 183, 185. Eb, B. II. S. 388.S) Kurze Beschr. d. 5 kath. Orte Kriegs. sBalthasar. Helvetia. B. II. S. 188.) Bullin-gerB. III. S. 116. sy. Ketzer) Die Schlacht b. Kapp. Zür. 831. E. Egti.t, Schlacht«. Capp. Zür. 873. b)S.377. l) Bullinger B. III. S. 247. hottingerB. II. An-hang. H. Siikzberger, Gesch. d. Gkgenrcf. S. Gall. 874.