41^ Neue Kirchcngesch, 5. Per. I. 1517—1648.
gefallen, und hat gelegentlich gerathen den Papst sammt seinem Gesinde Zim tyrrhenischen Meer zu ersäufen/) Seit derVerbitterung mit Carlstadt, -
Münzer, Zwingli ist seine erhaltende, ja rückgängige Richtung vorgetreten, j
aber ohne die kühne, befreiende auszuschließen. Allezeit bat er in unbe- )dingter Redlichkeit seine Überzeugung, wie sie aus tiefer Erfahrung undinnern Kämpfen hervorging, ausgesprochen,und jedem selbstischen Interesse )war er fremd. Mit kräftiger Sinnlichkeit stand er festgewurzelt in die Erde,aber sein Haupt reicht in den Himmel. An schöpferischem Geiste war seinerZeit keiner ihm gleich, seine Reden sind oft derber, als selbst seiner derbenZeit erlaubt schien, aber an volksthümlicher Beredtsamkeit ist nie feinesGleichen gewesen in deutschen Landen. Aus Angst und Zorn wuchs ihmdie rechte Freudigkeit im Kampfe. Wo er einmal Unrecht erkannte, sah ernichts als Hölle. Aber seine Bedeutung besteht weniger in seinen los-reißenden und zerstörenden Thaten, andre konnten sich leichter und ent-schiedener von der alten Kirche losmachen, vielmehr in seiner auferbauen-den Macht, in seiner begeisterten Glaubens- und Liebesfülle; obwol er intrüben Stunden durch des Teufels Anfechtung Gott und Christum undalles mit einander zu verlieren meinte?) Zumal Gegnern gegenüber hater sich gefühlt und unbefangen ausgesprochen, daß er ein erwähltes Rüst-zeug Gottes sei, im Himmel, aus Erden und in der Hölle wohl bekannt:doch mit seiner Persönlichkeit hat das nichts zu schaffen, er wollte nichtswissen von lutherischer Lehre/) und sein hehres Gottvertraun galt nicht 'seiner eignen Rettung aus Gefahren, sondern dem Glauben, Gott könnealltäglich zehn Oootor blartinus erschaffen. 2 ) Abgeschmackte Vorwürfe und ^beschränkte Rechtfertigungen sind verschollen, solch ein Mann gehört nicht !einer Partei an, sondern dem deutschen Volke und der Christenheit/)
H. 305. Der schmalkaldische Krieg. 1546. 1547. Interim.
Hortleder B. II. Buch III. u. S. 1618. Walch B. XVII. S. 1817. Lamsrariidslli Kmale, grasce se.r. sl^rsdorlb. III. x. 457.s Literatur der Kriegsberichteb. Ukert B. II. S. 138. I. Iahn, Gesch. d. schm. Kriegs. Lpz. 837. G. lloigt, d. Ge-schichtschreibung ü. d. Schm. Krieg. sPhil. hist. Cl. d. K. Sachs. Ges. d. Wiss. B. VI.sLpz. 875. A. v. Oruffel, Beitrr. z. Rcichsgefch. Münch. 875. B, III. 1. R. Lorenz,z. Kritik d. Gcschichtschr. ü. d. Schm. Kr. Lpz. 876. —' Neck, d. dreifache Interim. Lpz.
721. I. 8vdnM, Hist. iutkrimist. Hinist. 730. Ais. f. hist. Th. 851. H. 3. )
Wider den Kurfürsten von Sachsen und den Landgrafen von Hessen !wurde die Reichsacht gesprochen )20.Juli 1546) wegen Hochverrath an )Kaiser und Reich. Während Karl V sorgfältig vermied seinem Feldzugeden Charakter eines Religionskriegs zu geben, verkündete Paul III einenKreuzzug zur Ausrottung der Ketzer und die Opfer, welche die Kirche die-sem Zwecke brachte, nebst vollkommnern Ablaß. Das protestantische Heerhatte sich an den Gränzen von Schwaben und Baiern rasch gesammelt,dem Kaiser, der bei Regensburg stand, dann ein festes Lager bei Lands-
ch Walch B. XVII. S. 1386. «1 Eb. B. XII. S. 2270. Nathejms, 12. Predigt.
/'s Walch B.x. S. 420. B. XV. S. 1983. L. Br. B. V. S. 787. ch L. Jancker,Ehren-Gedächtniß Luth. Schleus. 706.