Cap.VI. Kath. Kirche s.1814. §.436. PiusIX. Gioberti. 667
k. Zwischen dem Genuesen Lambruschini, der in den spätern JahrenGregors das Regiment geführt hatte, und zwischen Mastai Ferretti sgb.1792) aus Sinigagtia, einst in Chili, als Prälat mit dem Armenwesenbeschäftigt, ein Vater der Waisen, schwankte die Wahl, und entschied sichrasch für den Letztem durch den römischen Adel, dem er angehört, unddurch das drohende Bedürfniß des Kirchenstaats. Pins IX, von Naturmunter und wohlwollend, galt als Freund gemäßigten Fortschrittes , istaber erst durch den Enthusiasmus des römischen Volks für ihn, wie durchden Gegensatz, der sich wider ihn erhob, zum Gefühl einer göttlichen Be-stimmung als Reformator und Retter Italiens erhoben worden. SeineLeutseligkeit gewann dieHerzen, auch wo dem Volke die Reformen zu lang-sam und unvollständig erschienen. Eine Amnestie für die wegen Staats-verbrechen Gefangenen und Flüchtigen war für jeden neuen Papst eineNothwendigkeit: er hat das Wort der Gnade so voll und vertrauend aus-gesprochen s17. Julis, daß dieser Trost für Tausende von Familien ganzItalien mit Freude erfüllte. Er begann die Ersparnisse am eignen Haus-halte, gestattete der Presse eine freiere Bewegung, verstärkte die vorgefun-denen Commissionen für Gesetzbücher und Gerichtsverfahren mit bewähr-ten Männern, genehmigte den Bau von Eisenbahnen, öffnete den Laiendie Bahn zu höhern Staatsämtern, beschloß eine Besteuerung der Klösterdes Kirchenstaats, gab zunächst der Stadt Rom eine freisinnige Munici-palverfassung, rief Männer des öffentlichen Vertrauens aus den Provin-zen zu seiner Berathung sOousuIta äi Stato), unterhandelte wegen Ent-lassung der Schweizertruppen, und traf Einleitung zu einem italienischenStaatenbunde. Seine Milde gegen das Judenquartier scheiterte an derchristlichen Bevölkerung. Ein Theil des Klerus stellte sich aufrichtig zumPapst, sein feuriger Prediger Ventura verkündete die Versöhnung ächt-katholischer Frömmigkeit und politischer Freiheit/) selbst dieJesuiten er-klärten sich für Freunde des Fortschrittes. Aber die Verletzung und Be-drohung so Vieler, die von den Mißbräuchen lebten, zunächst der älternBeamten sla settaOrsboriaus.), und die Verkehrung des Standpunktes,den das moderne Papstthum bis dahin zu der politischen Parteiung ein-genommen hatte, mußte eine offene und geheime Opposition gegen diesen„verzehrenden Keim und Chef des jungen Italiens" hervorrufen/) diesich an die drohende, durch die von Rom ausgehenden Geister bedrohteStellung der beiden politischen Mächte an den entgegengesetzten Gränzendes Kirchenstaats anlehnte. Gegen diese Gefahr, die sich in der Volksein-bildung zur mörderischen Verschwörung steigerte, wagte Pius die Waffenin die Hände des Bürgerstandes zu legen sßuarärs. ervioa 6. Juli 47).So hat er sich an die Spitze der italienischen Nativnalbewegung gestellt,durfte gegen die Besetzung Ferraras durch Östreich nachdrücklich Protesti-ren, und schien zu werden, was der verbannte Caplan Gioberti vomKlllAia tunsvrs äi vLnisIIo O'üoniiel. komL 847. isi D. AZ. 846. X. 297.
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