Cap. VI. Kath.Kirches. 1814. h. 440. Portugal. Südamerika. 687
Theil desselben mil der Umwandlung verflochten und der ländliche Wohl-stand gestiegen; die kirchliche Sitte erscheint auch da noch eifrig, wo dieSittlichkeit ihr nicht entspricht.. 2. Nachdem in Portugal die Cortesden Reichthümern und Privilegien der Kirche gedroht hatten. war dieBlutherrschaft Dom Miguels sl 829-34) möglich, weil er sich auf denKlerus stützte?) Daher Dom Pedro seiner Tochter ihr Erdreich nur imNamen der Freiheit gewinnen konnte. Vornehmlich der Klerus hatte dasVolk gegen ihn bewaffnet, daher mit Pedros Siege die Zeit Pombalswiederkehrte. Die Regierung erklärte alle Prälaturen für erledigt, die aufMiguels Präsentation von Rom aus besetzt waren. Alle geistliche Ordenwurden aufgelöst s28. Mai 34), alles Klostergut eingezogen; nur Bet-tel-Mönche im bittern Ernste blieben übrig/) Die Zehnten wurden auf-gehoben. und die Pfarrer, nachdem ihre von der Staatscasse übernom-menen Gehalte nicht ausgezahlt werden konnten, unheilvoll an die Ge-meinden verwiesen?) Der Papst drohte mit dem Bann und empfing denvertriebenen Usurpator als König ; aber das Klostergut fand Käufer, dieBisthümer wurden von Capitelsvicaren verwaltet. Durch die Scheu Gre-gors vor einer gänzlichen Losreißnng wie durch Gewissensscrupel DonnaMarias sch 1853) einte man sich unter gegenseitigen Verheißungens1841),die Regierung hat einige verbannte Bischöfe zurückgerufen. der Papsteinigen von ihr ernannten die kanonische Einsetzung ertheilt s1843)?)Die großen römischen Forderungen gegenüber den Stürmen einer noch un-befestigten konstitutionellen Regierung ließen es nicht zum Abschluß einesConcordats kommen, nur über die Mehrung und Besetzung der indischenBisthümer kam 1856 ein Vertrag zu Stande?) Der junge König hatfichmit dem Königshause Italien verschwägert und an dessen Stellung zumPapstthum theilgenommen. 3. Im spanischen Amerika erwachten dieGedanken der Unabhängigkeit s181v), als das Mutterland von einer un-kirchlichen Gewalt bedrängt war. daher der Klerus sich der Sache der Frei-heit meist anschloß, und in seinen Reichthümern zunächst ungekränkt blieb.Nur Glaubensfreiheit wurde der Freiheit und den Engländern zu Ehrenin den meisten Republiken anerkannt, der Katholicismus blieb Staats-religion. Pins VII wurde durch die Rücksicht aus die Krone Spanien ab-gehalten, die von ihr losgerißnen Republiken und die von denselben er-nannten Bischöfe anzuerkennen. Durch die Gefahr einer gänzlichen Ent-wöhnung siegte endlich in Rom der Grundsatz s1825), in Sachen derKirche mit jeder thatsächlich bestehenden Regierung zu unterhandeln, ohnedadurch über ihre Rechtsbeständigkeit etwas zu entscheiden. Die Privile-gien des Klerus mußten doch mit den Forderungen des Liberalismus zu-sammenstoßen, inChili und Peru wurden Heiligentage und Klöstervermindert, der Congreß von Centralamerika nam den Klostergelübden
;> Essay ü. d. Regierung Dom Miguels. sHist. Pol. Bll. 865. B. 55. H. 1.) iß A.AZ. 834. n. 173. Eb. 838. Beil. n. 447. t) Brl. KZ. 841. n. 51.54. 6«. 81.842. ki. 58. 843. «. 48. u) A. KZ. 856. N. 29.