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Der Antheil der Russen am Feldzug von 1799 in der Schweiz : Ein Beitrag zur Geschichte dieses Feldzugs und zur Kritik seiner Geschichtsschreiber / von Dr. Otto Hartmann
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Einladung zurückzunehmen, sondern deutete nur in einem Rescriptvom 20. August an, dass er die Rückkehr des Königs noch nichtfür thunlich erachte. (Mil. III, p. 417). Später schickte er jedochseinen Elügeladjutanten zum Könige und liess ihm erklären, dasser seine Abreise nach Piemont noch aufschieben müsse. (So wenig-stens Mil. III, p. 192). Katürlich aber wurde durch solche Dinge dieVerstimmung zwischen dem Wiener und dem Petersburger Hofevermehrt. Am 4. Juli ernannte König Karl Emanuel Suworoff ineinem in den schmeichelhaftesten Ausdrücken abgefassten Diplomzum Grossmarschall der pieinontesischen Armee, Granden der Kroneund Fürsten und Vetter des königlichen Hauses. (Mil. III, Big. 173,p. 325 ff). Natürlich zeigte Suworoff dem Kaiser Franz diese Ehren-bezeugungen an und dieser erlaubte auch dem Feldherrn in einemSchreiben vom 27. August die Annahme derselben, machte ihn aberzugleich nochmals in nachdrücklicher Weise darauf aufmerksam,dass er die Bildung einer selbständigen pieinontesischen Armee nichtzulassen werde. (Mil. III, p. 419). Aber nicht blos der sardinisclieHof, auch der König von Neapel und das Cardinals-Collegium 1 )hatten die Begehrlichkeit Thuguts zu fürchten und wandten sichdesshalb an Kaiser Paul um seinen Schutz, namentlich gegen diedrohende Annexion der Legationen durch Oesterreich, anzurufen.Das Cardinals-Collegium sandte sogar eine Deputation an Suworoff,allerdings mehr um die Befreiung Roms zu erflehen, aber man wirdbei dieser Gelegenheit doch auch vor den Oesterreichern gewarnthaben. Suworoff wünschte in der That sehr, die Befreiung Mittel-Italiens in die Hand zu nehmen und hatte seine Anstalten in dieserRichtung getroffen. Wenn er auch ein kleines österreichisches Corpsunter Klenau nach der Schlacht an der Trebbia nach Toscana ent-sandt hatte, so war er doch sehr zufrieden, dass dieser dann gegendie Riviera abmarschirte und Toscana den Insurgenten unter derFührung des russischen Obersten Zukato überliess, und dass auchbei Ancona hauptsächlich Russen und Türken, weit weniger Oester-reicher, mit dem romagnolischen Landsturm zusammen wirkten.

Aber auch Thugut war im allgemeinen von den Bemühungender Russen (und der Engländer), die Oesterreicher aus Mittel-Italien

P Der Papst befand sich damals bekanntlich als Gefangener der Franzosenin Valeuce, wo er Ende August 1799 starb.