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vorher Seebach verlassen hatten, wieder durch einen Eilboten zurück-rufen zu lassen. Massena aber liess nun die übergesetzten Truppenin 3 verschiedenen Bichtungen Vorgehen. Bontemps Brigade rückteso ziemlich geradeaus in der Dichtung gegen Dällikon und Begens-dorf vor, einige Bataillone von Quetard marschirten auf Würenlosund ein Theil blieb zur Bewachung der Brücke stehen. Der Bestder Division Borges marschirte gegen Höngg. Zugleich iiberliessMassena den Befehl auf dem rechten Ufer dem später so viel ge-nannten General Oudinot. Denn wirklich schien auf dem linken Uferseine persönliche Anwesenheit sehr nöthig.
Hier hatte zwischen 7 und 8 Uhr (nach dem Bussen Wistizky,nach Jomini um 5 Uhr, nach Koch bei Tagesanbruch) die BrigadeDrouet 1 ) mit heftigem Geschützfeuer und mit einem Angriff gegenWollishofen den Kampf eröffnet. General Essen leistete jenen mauer-festen, unerschütterlichen Widerstand, durch den sich die russischeInfanterie von jeher ausgezeichnet hat. Aber die Franzosen warenbedeutend in der Uebermacht, Wollishofen wurde genommen. Daführte Fürst Gortschakoff persönlich drei Bataillone herbei, die vonder Flotille vom See her unterstützt wurden, (u. a. Roverea, p. 262).Die Franzosen wurden aus Wollishofen, Kilchberg und Adlisvveilvertrieben und über die Sihl zurückgeworfen. Unterdessen war auchGeneral Tutschkoff mit den Truppen, die von der Sihl westlichgegen den Uetliberg hin standen, vorgedrungen und hatte die Fran-zosen (Brigade Brunet) aus Altstetten und Albisrieden 2 ) hinaus-gejagt. So stand es mit der Division Mortier (des spätem Herzogsvon Treviso, der bei dem Attentat Fieschi’s getödtet wurde) sehrübel, und wenn nun die Russen in den Rücken der feindlichenStellung bei Urdorf gelangt wären, so konnte die Schlacht für dieFranzosen noch eine sehr ungünstige Wendung nehmen. Massenazog nun die Reserve unter Klein und die Grenadier-Reserve Hum-bert’s heran. Ein Ilusarenreginient, welches vor dem Lager im Sihl-feld stand und in sclavischem Gehorsam sich nicht von der Stellerührte, wurde von der Artillerie Klein’s fürchterlich zugerichtet. Dierussische Infanterie aber musste sich mehr und mehr gegen die Stadthinziehen.
1 : Drouet zeichnete sich später unter dem Kamen d’Erlon besonders im Tirolund bei Waterloo ans.
-) Zwei Orte unweit von Zürich in westlicher Richtung-.