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mochten andererseits auch etwa 8—9000 Mann zählen 1 ). So wardie Ueherlegenheit der Franzosen an diesem Tage an Mannschaft sehrgering, vielleicht gar nicht .vorhanden, wohl aber diejenige ihrerArtillerie.
Am 1. October, etwa um 11 Uhr erfolgte Massena’s Angriff.Der Oherfeldherr entsandte Seitencolonnen gegen die Abhänge hin,um einen Gegenstoss der Bussen diesmal besser abwehren zu können(Koch III, p. 386). Der Verlauf war ähnlich, wie am Tage vorher,nur hatten sich die Bussen besser vorbereitet. Bei dem stürmischenAngriff der Franzosen zogen sich die Vorposten und das fiegimentWelezky langsam zurück. Sie zogen so den Feind mehr und mehrsich nach, in die Thalebene hinein, wo dann Bosenberg sein Corps-inzwischen in zwei Treffen aufgestellt hatte. Wie Toll berichtet,sassen die Offiziere des Stahes gerade im Kloster heim Mittagsmahl 2 ),als Bosen-berg rasch hineintrat und den Angriff der Franzosen meldete.Bosenberg ritt diesmal selbst zu den Truppen und mahnte sie, sichnicht lange mit Feuern aufzuhalten, sondern direct das Bajonett zu.gebrauchen. Welezky’s Truppen wichen zu beiden Seiten aus undliessen so der Schlachtreihe Bosenberg’s Baum. Nach kurzem Feuernvon beiden Seiten stürzten die Bussen mit gefälltem Bajonett aufden Feind und brachten die drei Colonnen, in denen er vorrückte,bald in Verwirrung. Die erste Oolonne stürzte sich auf die zweite,die zweite auf die dritte, bis sich Alles in wilde Flucht auflöste.Toll meinte, es sei schwer, sich einen Begriff von der Panik zumachen, die bei den Franzozen herrschte und war erstaunt, . dassein so einfaches Manöver solchen Erfolg haben könne (Bernhardi I,p. 100). Es kam wiederum hei der steinernen Brücke zu einemwilden Gedränge, das den Franzosen verhängnissvoll wurde. Nament-lich das Bataillon Fertsch und die Kosaken betheiligten sich leb-haft an der Verfolgung. Was Miliutin hier von Verschanzungenerzählt, welche die Franzosen am Ausgang des Defiles aufgeworfenhatten, sowie von einer Batterie, welche dort aufgefahren war undvon den Bussen genommen wurde, will ich nicht im Einzelnen aus-führen, da Miliutin hier keine bestimmte Quelle angibt. 3 ) Eine
*) Der Verlust des Corps Kosenberg, das ja nicht am Gotthard gekämpft hatte,war jedenfalls bisher nur gering gewesen.
2 ) Nach dem Klostertagebuch waren dort 50 Offiziere zu Tisch.
3 ) Die Bewegung der Seitencolonnen Massena’s, von der übrigens der Erzherzognichts weiss, hat jedenfalls die Küssen nicht wesentlich aufgehalten.
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