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Dass er dies nun nicht that, dieser Umstand unterstützt dochwohl Bernhardi’s Behauptung 1 ), dass nachher wieder ein Schwankenzwischen verschiedenen Entschlüssen eingetreten sei. Suworoff, deres ohnehin schmerzlich empfand, den Büekzug antreten zu müssen— denn der Marsch nach dem Oberland war eben doch ein Rück-zug — erfuhr indessen, dass Rosenberg gesiegt hatte, vielleicht auchdass Jellachich wiederum vorrückte. Dieser überschritt nämlich am2. den Rhein wieder, und drang bis Wallenstadt vor, ja seine Vor-truppen streiften bis gegen den Kerenzerberg, also am Südufer desWallensees. Der Erzherzog (p. 256), nach ihm Glausewitz (II, p. 210),in unbestimmten Ausdrücken auch Jomini sprechen von diesem Vor-rücken Jellachich’s. Miliutin sagt hingegen blos, dass Jellachichseine Truppen auf die erste Kunde von der Ankunft Suworoff’s inGlarus nach Sargans -) dirigirte, und fügt dann noch weiter untenhypothetisch hinzu: „Zudem wäre, wenn Jellachich auch gegenSargans vorgerückt wäre, die Hülfe dennoch nicht gross gewesen,nachdem sich Linken zurückgezogen hatte“ (IV, p. 283). An einerandern Stelle sagt er dann freilich: Jellachich stand von Wallen-stadt bis Ragaz (IV, Beil. 145, p. 285). :! ) Aber da Miliutin dochdas Werk Erzherzogs genau kennt und von einer Bewegung Jellachich’sbis zum Wallensee nichts erwähnt, so darf man ihm wohl den Vor-wurf kaum ersparen, dass er absichtlich einen wichtigen Umstandverschweigt oder als unbedeutend darstellt. 1 ) Freilich gab dannJellachich in seiner elenden Schlaffheit diese Bewegung bald wiederauf, statt durch einen kräftigen Vorstoss selbst zur Vereinigung mit
0 Bernliardi, der doch Miliutin mehrfach citirt, hat, wie es scheint, diesenUmstand übersehen.
2 ) Von Sargans bis Murg (nordöstlich vom Kerenzerberg am Wallensee) sindes immerhin über 20 Kilometer, also schon eine beträchtliche Entfernung.
3 ) Dies wird erst erwähnt, nachdem bereits die Ankunft Suworoff’s in Uanzerzählt ist.
4 ) Der Erzherzog erwähnt auch, dass er Petrasch wiederholt befahl, an Suwo-roff’s Operationen Theil zu nehmen und dass dieser letztere dann seine Truppenbei Maienfeld am 4. Oktober sammelte. Aber dieser Entschluss kam zu spät, umnoch auf SuworofTs Operationen einzuwirken; er wurde jedenfalls Suworoff erst be-kannt, als dieser das Gebirge bereits überschritten hatte, und ausserdem konntePetrasch in dieser Stellung — hinter dem Rhein — SuworofTs Pläne kaum wesent-lich fördern.. . Hierin hat Bernhardi mit seiner den Russen günstigen AuffassungRecht. (I, p. 104).