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Die Verluste der Russen auf diesem Zuge lassen sieh nichtgenau feststellen. Miliutin berechnet denselben annähernd nach denStandesausweisen vom 12. (nach altem Stil 1.) September und 12. Oc-toher (IV, Beil. 146, p. 286 ff.). Darnach würde sich folgendes Er-gehniss heraussteilen: Todte: 24—30 Offiziere (die Zahl ist un-bestimmt, da einige schon vor dem Zuge gestorben waren) undnahezu 1600 Unteroffiziere und Gemeine; Verwundete und Kranke:88 Offiziere und etwa 3500 Unteroffiziere und Gemeine; im Ganzenbetrug die Verminderung der Effektivstärke vom 12. September bis12. October 131 Offiziere und 5100 Unteroffiziere und Gemeine.Aber seihst Miliutin gibt zu, dass der Gesammtverlust namentlichan Verwundeten viel grösser gewesen sein muss. Dabei hat er nichteinmal eine bestimmte Rubrik für die Vermissten, resp. die von denEranzosen Gefangenen. Dergleichen kam wohl in Suworoff’s Heergar nicht vor! So ist Freuler’s oben erwähnte Angabe von einemVerlust von 8000 Mann wohl nicht zu hoch gegriffen. Nichtsdesto-weniger durften die Russen, wenn auch SuworofFs ganzer Plan voll-ständig gescheitert war und die Franzosen die von ihm durchzogenenGebiete sofort wieder besetzten, diese heroische That, wie schonClausewitz hervorhebt, moralisch als einen Sieg betrachten. „Undso“ schliesst Clausewitz scharf, aber treffend (II, p. 216) „würde ersich auch erwiesen haben, wenn neben dem Gefühl: das Ausser-ordentlichste geleistet zu haben und zum Ausserordentlichsten befähigtzu sein, nicht jener Zwillingshruder des Hasses gegen die Oester-reicher aufgewachsen wäre und in dem russischen Feldherrn denletzten Funken des guten Willens ausgehlasen hätte, so dass er wieein eigensinniger Tartaren-Khan mit seiner Horde plötzlich ablenkteund nach Hause ritt“.