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Der Antheil der Russen am Feldzug von 1799 in der Schweiz : Ein Beitrag zur Geschichte dieses Feldzugs und zur Kritik seiner Geschichtsschreiber / von Dr. Otto Hartmann
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macht bei Danzig in feindliche Berührung und da war es keinKampf im offenen Felde, sondern nur ein Schanzen- und Festungs-krieg.

Im siebenjährigen Kriege hat sich die russische Heeresleitungals sehr wenig befähigt erwiesen, wobei man allerdings berück-sichtigen muss, dass vielfach politische Rücksichten hemmend ein-wirkten. Die Schlacht hei Grossjägerndorf im Jahre 1757 wardurchaus kein Triumph der Russen. 24,000 Preussen griffen toll-kühn 80,000 Russen in ihren Verschanzungen an und zogen sichdann vor dem fürchterlichen Artilleriefeuer der Russen und ihrerReserve in bester Haltung zurück. Die Russen aber traten selberschleunigst den Rückzug an. Bei Zorndorf wurden sie dann imfolgenden Jahre geschlagen. Bei Kay, im Sommer 1759, griffen diePreussen wiederum, unter sehr schwierigen Terrainverhältnissen, einedoppelt überlegene russische Armee an und zogen sich, ohne ver-folgt zu werden, zurück. Auch dies war daher kein entscheidenderSieg der Russen. Bei Kunersdorf waren bekanntlich die Austro-russen Friedrich dem Grossen wiederum sehr überlegen und dieOesterreicher Laudons brachten die Entscheidung. Auch wurde diefurchtbare Niederlage Friedrichs von den Gegnern nicht im Ge-ringsten benützt. Die Belagerung von Colberg im J ahre 17(30 wurdedurch preussischen Entsatz aufgehoben, wobei die Russen vollständigin die Flucht gejagt wurden. Die Einnahme von Berlin war keinKunststück, da die Stadt freiwillig aufgegeben wurde, und hattekeine weitern Folgen. In den folgenden Kriegsjahren haben dieRussen, ausser der endlichen Einnahme Colbergs, die erst nachmehr als dmonatlicher Belagerung und mit grosser Uebermacht er-zielt wurde, gar nichts mehr geleistet. Von da an hat Russland biszum zweiten Coalitionskriege keinen Krieg mehr gegen eine euro-päische Grossmacht geführt. In diesem bewährte sich nun allerdingsdie Kühnheit und Entschlossenheit Suworoffs in glänzender Weise.Ein Siegeszug von Cassano bis Muotta! Denn auch bei Muotta wares doch, wenn auch der Oberfeldherr nicht selbst anwesend war,Suworoffs Geist, der seine Truppen und Generale beseelte. Dabeidarf man aber nicht übersehen, dass bei Cassano und Novi dieAustrorussen in der Uebermacht waren, dass die österreichischenTruppen dort und an der Trebbia einen wesentlichen Antheil amKampfe nahmen und bei Novi geradezu den Sieg entschieden, und