34- Früchte aus den sogenannt-
«nabgebüßt noch auf unsrer Rechnung stehe, undseinen Augenblick der Einforderung erwarte, wofürund wogegen uns Dies oder Jenes komme, womitwir es verdient oder veranlaßt haben? wie es weg-zutilgen sey, u, f. Immer nur durch überwinden-den, nie ersinkenden Muth, durch Zutrauen undHoffnung. Nur Tugenden höherer Ordnungin jeder Art verbessern begangene Fehler, und brin-gen oft ein reineres Gute hervor.
Diese Führung der Adrastea im menschlichen Le-ben > die manche Blüthe abwirft, um Früchte zureisen, Sie sey das Augenmerk jedes moralischenSclbstbeobachters und Geschichtschreibers. Nicht unsleben wir, sondern dem Ganzen; das Ganze wirktauf uns, und preßt uns, Ihm anzugehören. Dergebildetste Mensch ist der, dem für sich und Jeder-mann die moralische Grazie ganz und willigin seiner Brust wohnet.
6. Unziemend sind also bey jeder Selbstbe-schreibung jene eckle N ach sc hmec ke r ey e n ju-gendlicher Leichtfertigkeit, von denen auch Rousseau'sKonfessionen nicht frey sind. Eine Beicht (Conses-sion) soll diese Selbstdarstellung nicht seyn; jene ge-hört Gott und dem Beichtiger; voll lüsterner Begiernach verlebten Jugendjahren ist eben als Beicht sieunanständig und häßlich. Wer über sich selbst spricht,soll ein reifer Mann seyn, der zwar (wie Fran-klin es nennet,) die Irrthümer und Abwege seinesLebens nicht verschweiget, sie aber auch nicht wieder-holen möchte, und linde nur an ihren Platz stellt.Dafür bedarf er dann auch keiner Bußthranen,noch weniger jenes ewigen Murrens mit Gott und