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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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72 Früchte aus den sogenannt-

Denn siehe, die große Mutter stand vor mir da,gekrönt mit der Sternenkcone, bekleidet mit demweiten Gewände, auf dem in lebendigen Bildern alleNaturwescn sich regten. Wie mit dem Gewände dieLüfte spielten, enthüllten sich neue Wesen; endlich«ntschleycrte sie ihr Angesicht und sprach freundlich:

„Mensch! du bist der Ausleger der Natur, ihrHaushalter und Priester. Alles spricht zu dir, Geistim Körper, Verstand in ewigen Charakteren. Lernesie verstehen, diese Denkbilder, und ordnen und.ver-nünftig gebrauchen. Vor Allen merke auf jede Folgedessen, was du siehest; im Bande der Wesen istmeine Kraft, in Folge der Dinge erblickst du meineund Deine Herrschaft."

Sie schwang ihren gebietenden Stab, und warentschwunden im Bilde. Aber

Der ganze Hain lobjauchzete,

Zn Einem hellen Chor;

Und Blatt und Wipfel säuselte;

Ein Weihrauch stieg empor.

Die Echo rief: „Natur! Natur!

Dein frohes Eigenthum

Bin ich!" Mein Herz sprach: „O Natur!

Und ich dein Heiligrhum."