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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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8t, Früchte aus den sogenannt»

denz ihres Daseyns. Hierauf gehet ihr Fleiß, ihreKuisst, ihre väterliche und mütterliche Sorge.

Die Fabel, die diese große Haushaltungdes Strebens und der Liebe in einzel-nen ausgesuchten Fallen und Momenten darstellt;reich an tausend Lehren ist sie sittlich und kannsogar rührend werden. Der alte Spruch: „Gehehin zur Ameise, du Träger" ist in der Fabel vonihr und der Cicada anü Licht gestellt; so mancheandre Fabel von der Erziehung der Jungen, vomgeselligen Beystande, dem häuslichen Leben der ver-schiedenen Geschlechter unter einander, von ihrerTreue, ihrer Wachsamkeit, ihrer Freundschaft undGroßmuth sind, da diese Sitten aus dem ewigenNaturcharakter und Instinkt der Geschlechter stam-men , Fabeln des großen Natur-Ethos,ethische Fabeln, die auch uns unsre Pflichtenals Gesetze der Glückseligkeit aller Le-bendigen in ewigen Charakteren vorzeichnen. Ebenauf diesem tiefen Grunde eines Natur-SittengesetzeSberuhet ihre mächtige Wirkung. Nur so ist die sitt-liche, d. i. die ethische Fabel denkbar.

3. Wie wären endlich die Fabeln zu nennen-die den höheren Gang des Schicksals un-ter den Lebendigen bezeichnen? Wir würdensie däm on i sehe oder Schicksalsfabelnnennen, Fabeln der Adrastea oder A i sa.

Nicht immer nämlich kann im Naturgangeselbst anschaulich gemacht werden, wie aus diesemein Andres durch inne re-C onseq ue n z folge;da tritt nun die große höhere Folg: der Be-gebenheiten, die wir bald Zufall, bad Schickst^

nennen,