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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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109
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goldneii Zeiten.

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ganz unser. Nur sey man selbst ein von derFee begabter Glücklicher, um in dieser Zauber-welt ihre Geschäfte zu Verwalten. Nirgend mehr alsin ihr wird das Gemeine abgeschmackt, häßlich,unerträglich. Die Capricen und Launen dieser Wellsodern den feinsten Verstand, die unerwartetste Wen-dung.

Auch neue K inde rmähr chen kamen mit demAnfange des Jahrhunderts auf; oder vielmehr dieuralte Volksart, dergleichen zu erzählen, trat in denGang einer neuen Mode. Perrault's Mahr-chen der Mutter Gans*) bekamen einen Auf,einen Umlauf, der beynah an Palais Provinzial-briefe reichte. „Habt Ihr die Mährchen der MutterGans gelesen? (fragte jeder den Andern;) vortreff-liche Mährchen, an die nichts im Alterthum reicht!"Besser, dünkt mich, hatte man sie Mährchendes Vater Gansert nennen sollen: denn eineMutter Gans hätte sie ihren Küchlein zweckmäßigererzählet. Die Wendungen, die Sprache, die Ein-falt des alten Kindermahrchen sind in ihnen; nichtaber die Vernunft der Alken. Was sollen KindernSchreckgespenste von Wüthrichen, Wölfen, Oggersu. dgl. Erscheinen die Bestialitäten vollends, um dieKeuschheit des Gänschens zusichern, damit es schreye:„der Wolf kommt!" verfehlter Zweck des Mährchens!Die wahren Oggers erscheinen nicht also; dem Rolh-kappchen'werden sie in solcher Schilderung nicht kenn-

*) Lunte, cke ma lVlsre I'O/e,