Buch 
12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
Entstehung
Seite
117
JPEG-Download
 

goldnen Zeiten. H7

Deinen geheimsten Fehl. Du bist Dir Lehrerund Lerner,

Warner und Feind; Du bist Lohncr undPeiniger Dir.

Ich nur schließe Dir auf des Herzens Tief'und desGeistes;

Was sich der Sonne verbarg, zeigt sich deminneren Licht.

Offen dem Auge der Nacht und allen glänzendenSternen,

Dem Unermeßnen thut Dein Unermeßnessich auf.

ZO Traum, was lehrest Du mich?- Bin ich mirselber ein Räthsel?

Ich, ein Schatte des Seyns, bin ich derBildungen Quell?

T. Nur ein Tropfe des Quells, in dem die Sonnesich spiegelt,

Jene! (Der Genius glänzt' Heller und Hellerempor).

In Der Alles Vergangene Jetzt und das Kom-mende Jetzt ist!

Herrlicher, seliger Geist! Und in Gebildenein Traum. —

A. Freylich! Alles Vergangene ruht und steigtwie ein Traum auf

In mir! Wirkliches ist auch im Genusse mirTraum.

Störet das Werkzeug mich; bin ich der Sinnenicht Meister;