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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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149
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goldnen Zeiten.

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rer Bedeutung. Wer, wenn er Diana mit ihremGefolge dem schlafenden Endymion, scheu nahen odersie von ihm hinwegschleichen siehet, sagt sich selbst:„eine Liebe Dianens und Endymions, ist nur Blickund Traum. Ares und Aphrodite lieben anders."

Auf diesen Flachen der Verzierung gewann dieAllegorie ein um so schöneres Feld, da sie mei-stens enge umschlossen war, und ins Wei-teste nicht ausschweifen konnte. Als schmale Einfas-sung zeigten sich z. B. kleine Genien in hundertKinderspielen voll Bedeutung. Wer kennet sie nicht,diese lieblichen Spiele? wem müßte ihr Sinn erklärtwerden? Amor, der, die Leyer in der Hand, aufdem Löwen reitet, Amor, der den Blitzstrahl Jupi-ters, selbst zerbricht, Liebesgötter, die mit HerkulesWaffen, Mit Symbolen des Krieges, der Weisheitselbst, mit den Attributen aller Götter spiele»; ihreAllegorie spricht verständig und lieblich. Die Ge-schichte Amors und der Psyche in allen ihren Scenenist der Edelstein in diesem goldnen Ringe, in wel-chem die größten Götter Genien wurden, um imengen Cirkus einer Allegorie vorstellbar zu werden.Bis zu Blumen der verzierenden Arabeske stiegen sienieder.

3. Roch einen engern Raum gewann die Alle-gorie auf geschnittenen Steinen. Sind diesenicht Denkbilder? fodern sie also nicht Gedan-ken? Als Ringe der Hand, als Geschenke an andre,auch ihrem innern Werth nach wollen sie eine un-muthige Erinnrung, sey sie Person oder Momentder Fabel. Welch einen Schatz trefflicher Vorstellun-gen hat uns die Daktyliothek der Alten aufbewahret-