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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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goldnen Zeiten.

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einen unwürdigen, gar schändlichen Stoff, muß seinesüßen Töne an Lafferepen, an eine Persiflage allesGroßen, Guten und Schönen verschwenden; o wiebedauern wir den Tonschöpfer I Wie bedauren wir,zauberischer Mozart Dich in deinen voai karr tuns,Figaro, Don Juan u. f. Die Tone setzen uns inden Himmel, der Anblick der Scenen ins Fegefeuer,wo nicht gar tiefer. Laßt der Tonkünstler sich garhinreißen, seiner musikalischen Drehbank zu Gefallen,die Empfindungen zu zerstückelt, zu kauen und wie-derzukäuen , zu cadenziren — Unmuth erregt er stattDank und Entzückung in unsrer Seele! Schnüreter endlich seine Kunstmaschine Sängern und Sänge-rinnen so an die Kehle, daß Held und Heldin dar-über zu Spott werden, folgt er dem Trvdelkram so-genannt-weicher Empfindungen bis zu Scenen ausge-lassener Frechheit, wie? hätte er gewonnen? und nichtdas Beste, den Zauber seiner Kunst, die höchsteEinwirkung aufs menschliche Gemüthverloren?

Der Fortgang des Jahrhunderts wird uns aufeinen Mann führen, der diesen Trödelkram wortloserTöne verachtend, die Nothwendigkeit einer innigenVerknüpfung reinmenschlicher Empfindung und derFabel selbst mit seinen Tönen einsah. Von jenerHcrrscherhöhe, auf welcher sich der gemeine Musikusbrüstet, daß die Poesie seiner Kunst diene, stieg erhinab und ließ, soweit es der Geschmack der Nation,für die er in Tönen dichtete, zuließ, den Worten derEmpfindung, der Handlung selbst seine Töne nurdienen. Er hat Nacheiftrer; und vielleicht eifert ihmbald jemand vor. Daß er nämlich die ganze BudeHerders W. Lit. u. Kunst. XII. M bHwkw.