332 Früchte aus den sogenannt-
Bölker. In Ossians Gedichten sind zwar keine Göt-ter, desto mehr aber die Schatten der abge-schiedenen Vater gegenwärtig-wirksam; himm.lische Gestalten der Vvrwelk. In den Sagen andrerVölker sinds gute und böse Geister, Feen oder Al-fen; in der Mythologie der mittlern Zeit waren esEngel und Genien, Teufe! der Hölle oder dieHeiligen des Paradieses. Zu ihnen flüchtetenDante, Tasse, Camocns, und selbst nach hellangebrochnem Licht der Wissenschaften Milton; somanche Disparatv es dabey geben mußte. Das epi-sche Gedicht wölbte, es fodecte einen göttlich--menschlichen Schauplatz.
Und warum foderte es solchen? Nicht etwanur hing damit der Kranz des Verdienstes, der demHelden des Gedichts zu Theil werden sollte, höher;sondern sein Charakter ward dadurch, nur dadurchepisch. Zu schlechten Thaten, zu gemeinenHandlungen wollte, konnte und durfte doch kein Ver-ständiger diese himmlische Wesen mißbrauchen; esmußte also eine reine, große, ewige That seyn,zu welcher der geöffnete Himmel mitwirkte, der sichdie ganze Hölle widersetzt,'. Daher, daß man in derpolitischen Geschichte, selbst bey großen Begebenheiten,bey Gründung der Völker und Reiche z. B,, so we-nig Stoff zur Epopee fand. Kein Arthur, keinHeinrich, kein Belisar bestand der hohen An-fodrung, der Lagerung eines Himmels umihn auf die Erde. Wohlbedachtig unterließ Popeseinen Brutus, Klop stock seinen Heinrichden Vogler; Hermann bearbeitete er nur drama-tisch , nicht episch. Das Feld der Epopee, wenn es