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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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goldnen Zeiten. 33?

I

sind; wem wiederfuhr es nicht zuweilen, daß cc <!.mattete, und den Dichter beyseit legte. Geschah diesbey Epopeen unbekannten Inhalts, .wie öftermöchte es bey denen der Fall seyn, deren Geschichte unsvon Jugend auf erzählt worden. Daher sanken B o d-mers Patriarchaden sobald in Vergessenheit; ja vonKlopstocks Messias selbst, (ich wiederhole meinenZweifel) wie wenige haben vielleicht dessen letzte» Ge-sang geendet! Woher diese Schlummerkorner im »Füllhorn der Epischen Muse?

Offenbar erstlich, weil dies oft zu voll, weildas wesentliche Ecforderniß der Epopee, die Grö sc-habende Handlung zu lang und breit war, alsdaß sie in Ohr und Auge als ein Ganzes be-halten werden konnte. Schon Aristoteles warnt vordieser Ueberlange des epischen Gedichts; er will, daßes übersehbar bleibe und ungefähr nur auf dasZeitmaas berechnet werde, das die an Einem Tageaufgeführten Trauerspiele einnehmen dürften. Auchsiehet man bey den Griechen selbst, daß, jemehc dieAufmerksamkeit der Hörer abnahm, das spatere Hel-dengedicht der Alexandriner sich der Kü^.e befliß, undden Knoten enger schürzte.

Dies mit Recht: denn wie ja das Epos nuraus der Erzählung entstanden war, und es desErzählers erster und letzter Wunsch ist, daß er mitwechselnder Aufmerksamkeit, mit steigendem Vergnü-gen gehört werde, wie deshalb die Rhapsoden dieschon gebundenen Gesänge sonderten, und zu rechterZeit aufzuhören wußten, kurz, wie das längere Eposnur aus zu sa mm en ge scho b n e n, oder an einan-der gereiheten Gesängen entstanden war; so bleibt esHerders W. Lit. u. Kunst. XU. P