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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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goldnen Zeiten.

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Zweytens. Noch öfter ward die epische Göt-tin Langeweile von einer bösen Mutter, der Un-tern st geboren, diese betreffe nun Fabel, Sitten,Episoden, oder was sonst zum Epos gehöret. ImGefühl ihrer Oberherrschaft» gleichsam aus Furchtder Ermattung weißt Aristoteles die Epopee strengeauf die Regeln der Tragödie, sie gleichsam mitdiesen Banden zusammenziehend und festknüpfend;strenge sondert er sie ab von der unendlichen Ge-schichte. Wie fern und weit liegen nun jeneBeyde, Epopee und Tragödie, in neueren Zeiten auseinander! Ist z. B. die Handlung gar nicht a n-sc Haubar, sondern dogmatisch, allegorisch, tropisch,mystisch; ist sie an sich selbst klein und gering,ob sie gleich in Folgen sehr groß seyn kann, und mußalso durch Herbeyfübrung dieser, oder gar fremderNebenumstände erst groß und merkwürdig gemachtwerden, wie viel Kräfte verschwendet der Dichter,ohne daß er dennoch zu seinem Ziel kommt! Ihmersterben in Hcrbeyführung der Episoden die Hände,dem Hörer das Ohr, sogern er manches Intermezzoallein, hier aber eigentlich nur fort- und zu Endehören möchte. Es ist bemerkt, daß jeder epische Dich-ter gern die ganze Encyklopädie seines Wis-sens, mithin Himmel und Erde, einige auch dieHölle selbst in sein Gedicht bringen mochte. Sowebte Eamoens seiner Lusiade die Geschichte derportugiesischen Könige und ihrer Eroberungen, dieGeographie der Weltreiche, Miltvn seinem Para-diese den Abfall der Engel, den Bau der Hölle, diekünftigen Scenen des Menschengeschlechts ein; undwas haben Dante, Art oft, Spenser u. f. nichteingewebet! Kostbarkeiten, oft schöner und brauchba-

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