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12 (1821) Früchte aus den sogenannt-goldnen Zeiten des achtzehnten Jahrhunderts / Johann Gottfried Herder
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Nachlese

sofort das empörte Meer zur Ruhe bringen, so zeigt«s ihm doch, wo er sey, was er zu thun habe, undvielleicht gar ein freundlich nahes helfendes Segel.Ist dieser Aufruhr von Meynungen in DeinemVaterlands entstanden, Freund?"

Gottlob nein; ein nachbarliches Meer führteihn an unsre Küsten.

„So laß ihn auch da, wo er entstand, «er-brausen. Die Nachbarin, an die Du gedenkst, ist anCharakter und innerer Art von Deiner Nation vorallen in Europa verschieden; es giebt keine nalürlich-und künstlich-verschiednere Völker, wie ihre beyderleySprachen, Sitten und Verfassungen zeigen. Diehöchste Thorheit wars, wenn anderthalb Jahrhun»decke hindurch Deutsche den Galliern nachäffen woll-ten."

Nennest Du Deutsche? Es waren ja die trö-delhaft-müßigsten, die leersten, die versunkensten —

„Rede sanfter. Auch Du bist also noch nichtganz zurückgekommen, noch nicht von aller Gemüths-wallung frey. Diese Nachäffer arnten und werden ärn-tcn, was ihre Schwachheit und Hinlässigkeit oder ihrfrecher Verrath säete; Schande, über ihre zertheilteOhnmacht, über ihre nachsprechende Kriecherey, habensie bereits gnug geärnlet. Länger als ein Jahrhun-dert übten sie sich in der Sprache und Denkweiseder Herren, die sie von jeher als Lakaien be-handelt haben, um doch verstehen und nachsprechenzu können, wie man sie behandelt; laß sie. DieDeutsche Nation ist an ihnen gerächt."