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10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur / Johann Gottfried Herder
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> ein Günstling der Zeit.

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nicht, ob er gleich, wenn ich so sagen darf, nochnäher an, die Gcburtsstatte Homers hinandringt. Ichbegnügte mich also, die Quellen dieser Gedichte, wiedie Quellen des Nilstroms, da ich zu ihnen nichtkommen konnte, in heiliger Ferne zu verehren.

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Homer« als Sänger betrachtet.

Ein andermal galt es die Gesangweise desDichters;, bei Homer das Hauptwerk. Denn gele-sen zu werden, sind diese Gesänge ursprünglich nichtgedichtet; sie wurden gesungen; sie sollten ge-hört werden.*) Dahin strebt der ganze Bau des

*) Auf das Alter der Buchstabenschrift in Griechen-land dürfen wir uns hierbei nicht einmal einlassen.Aus Phönicien kam sie, und wahrscheinlich ward' in Jonien zuerst geschrieben; man bedenke aberwas dazu gehöre, daß Werke, wie die Jlias undOdyssee, mit Buchstaben, deren einige so spät insgriechische Alphabet gekommen, vollständig undgenau geschrieben werden. Die Kunst der Rhap-soden widerstand eher dem Bücherschreiben, alsdaß sie solches hätte fördern wollen: denn wie inKonstantinopel die Abschreiber des Korans, dieKalligraphen, der Einführung der Buchdruckereientgegen waren, weil ihr Gewerb dadurch unter-ging : so gieng durch Einführung der Buchst«-