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Betrachtungen über die wohlthätigen Wirkungen und Folgen der Arbeit im Allgemeinen, namentlich der Manufactur-Industrie mit besonderer Beziehung auf die Schweiz und ihre derzeitige commerzielle Stellung zum Ausland / Von J. Sulzberger
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England ist in der That ein evidenter Beweis von demunvergleichlichen Reichthum des Landes.

Warum betragen die Armensteuern in England soviel Geld? Erstens, weil man es vermag, die Armensehr gut zu halten, und zweitens, weil man nicht ander äussersten Spitze des Elendes und Mangels ange-kommen sein muss, um der Armensteuer theilhaftigzu werden. Jeder englische Bürger, welcher Alters-schwäche, Krankheit, Yerdienstlosigkeit oder Hülflosig-keit nachzuweisen im Fall ist, kann sich bei seinerGemeinde als arm anmelden und muss von dieserlaut bestehenden Gesetzen, auf einem sehr comfortabelnFuss erhalten werden. Der Arme in England wohnt,speist, lebt und kleidet sich besser, als bei uns aufdem Continent der Mittelstand seiner grossen Mehrzahlnach. Die Nahrung des Armen besteht Morgens ge-wöhnlich in Thee , Milch und Weissbrod, zuweilenButter; jeden Mittag hat er ein Stück gutes Fleisch mitKartoffeln, Brod und nicht selten ein Glas Bier. Abendshat er wieder Weissbrod mit Butter, oder Thee mitMilch. Nachts hat er ein ordentliches Bett in einemgesunden Local. So ist es wahrlich nichts üebertrie-benes, wenn schon behauptet wird, der Zustand derArmen in England und die darauf verwendeten grossenSummen seien ein Beweis für die Wohlhabenheit desLandes.

Wie geschieht es dagegen auf dem Continent mitden Armen, warum hat man da viel kleinere Armen-steuern ?

Ganz und gar nicht aus dem Grunde, weil keine

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