4 « I. Begebenheiten und Charaktere
Druck der Andacht und Langeweile so oft ihrer Brustentfuhren *). Die Gesellschafterin eines gesättigten,leeren, unlenkbaren Despoten, war Sie es dennoch,die ihn einige dreyßig Jahre hindurch lenkte. Wiesie dies gethan? darüber möge sie sich vor dem ober-sten Nichterstuhl rechtfertigen Die Stimmen desKlerus, so viel andre Insinuationen bestürmten sie,denen sie mit ihrem hellen Verstände, mit all' ihrerRechtschaffenheit und Selbstcrtödtung in manchen Fäl-len doch nicht gnug entgegen zu fetzen wußte. IhreBriefe sind merkwürdige Dokumente, Denkmahledes feinsten G.istcs und eines trocknen Herzens; ihreFehler hat niemand, und zwar ihr selbst, besser ge-schildert, als Fenelon **), den sie verehrte und—- mit Schmerz verließ, wenigstens für ihn nichtzu sprechen wagte.
Denn in der Vorstellungsart Ludwigs war cbtrrFenelon sein abgesagter Feind. Er, der sein wah-rester Freund war. „Votra domins p-arls dien,^laäsrns, (sagte der König zur Maintenon nachdem ersten Gespräch mit ihm,) rnais je vousecvous, cfu'il ne sein jarnais 1s rniendiesWort hielt Ludwig redlich. Wohlanständig verwieser ihn als Erzbischvf nach Cambray, ob er ihn
*) S. ihre Briefe 1 *. VII — XIV. der lVlemoire,äs IVlaintenon, auch den Lsprir äs lVlaä. äs
klaintenun t kar. 1771) am meisten aber ihrLeben.
**) 8 ur nies äeksuis. IVIsin, äs Maä» äs lVIainis-von, 1 ?. XI. x. sri.