Band 
Adrastea I.
Seite
54
JPEG-Download
 

84 I. Begebenheiten und Charaktere

alltäglichen eine neue Welt auf *). Kühne un-feine und nüstliche Dinge sind unter dieser Zauber-hülle morgenlandischer Dichtung gesagt worden. Ji»jeder dieser Rücksichten sind wir dem Geschmack Lud-wigs an dem, was man damals Keiles letirss nann-te, reichen Dank schuldig.

Aber auch hier gilt: „nicht nur Was ausge-richtet ward, sondern auch Wie es ausgerichtet wur-de; die Erweckung des Geistes es auszurich-ten ist der Zweck lebendiger Institute." JeneFranzösische Uebersetzungen der Alten, die man ge-wöhnlich ungetreue Schönen (Keiles irikciel-Iss) nennet; ihren Zweck haben sie dennoch errei-chet. Sie gaben der Nation eine Menge Kenntnis-se aus den Alten, auf eine Weise, die vom Lesennicht wegscheuchte, sondern zu ihm lochte. Manglaubte nämlich nicht, langst verstorbener Alten wegenseine Sprache ummodeln und bey jedem neuüber-setzten Autor sie neumodeln zu müssen; denn nicht buch-stäbliche Uebe r-Setzungen sollten diese genommene Ko-pien werden, nicht Kupferstiche einmal, Nachzeich-nungen aus freyer Hand sollten sie seyn,wie man glaubte, daß die Sprache sie litt, die Na-tion sie bedürfe. Dem Wahn, eine lebende Lan-dessprache a la. ssorrsarä Griechisch oder Latein um-formen zu müssen, hatte man langst entsaget. DerFranzösischen Sprache, die, ohne ihren Werth und

Chardtn wird von dem so gelehrten als beschel»denen Langlss mit Anmerkungen neu, die 1001Nacht endlich durch den Fleiß mehrerer voll-ständig, nächstens erscheinen. M.