Band 
Adrastea I.
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rnn I. Begebenheiten und Charaktere

dischcs Werk, so künstlich man es treibe. Ihr Amtist 1a eben, rein zu vernehmen, alles zu vernehmenund nur dann zu richten. Das non ligrmt (es istnicht klar) ist eben sowohl ihr Ausspruch, als dasentscheidende Ja und Nein. Wer aber immer „ Esist nicht klar" aussprechcn wollte, wäre kein Richter,wie eine Vernunft, die nimmer vernommen habenwill, keine Vernunft ist. Zwischen Ihr unddem Glauben einen ewigen Streit zuerrichten, ist eben so jugendlich gedacht; endloseDisputationen der Art sind nur Sachwalterkünste,nicht Aussprüche des Richters. Indem ich meinemGesicht traue, muß ich eben sowohl Vernunftgebrauchen, als wenn ich meinem Ohr glaube; inbeyden weiset mich die Vernunft auf Verneh-mung des sämmtlich-Vernehmbaren.Nur weil bey dem, was das Ohr mir bringt, die Har-monie des Ganzen schwerer zu finden, das Unsicht-bare und Vergangene schwerer in die Gegenwart zusetzen ist, so wird, wie bey allen Gcrichtsfallen die-ser Art, das Urtheil zu finden schwerer. WelcheSchwierigkeit aber nie die Waage des Rechts undder Wahrheit ändert: diese hanget über JupitersHaupt; wenn seine Rechte sie führt, ist auch Erder Gerechtigkeit Diener. Sehr natürlich also, daßalle diese Disputen zwischen Vernunft und Vernunft,zwischen Vernunft und Glauben, die zu Anfangedes Jahrhunderts viele Bande füllten, jetzt abgethansind. Kein menschlicher Glaube schließt die Vernunftaus; aber die Vernunft, die, als Richterin,ohne vernommene Sache nichts ist, horcht demGlauben.