Band 
Adrastea I.
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I. Begebenheiten und Charaktere

den Jahrhunderten feiner und feiner ward. Sogarder Roman war nicht unter der bischöflichen Würde;Camus, Bischof zu Bellay, ein strenger undwohlcbätiger Mann, hat deren zwey und fünfzig ge-schrieben.

Als Ludwig regierte, hob er die hohe Geistlich-keit zu seinem Anstande empor, da sie ihmdann als öffentliche Stimme in Manchem sogar vor-ging. Zu Unterweisung des Dauphins wurden aus-gezeichnete Männer gewählt, Boßuet, Huet u. f.;zu Erziehung des Herzogs von Bourgogne Fene-lon, Fleury. Beichtvater des Königs bis zu sei-ner Todesstunde im achtzigsten Jahr, war la Chaise,ein Mann von Billigkeit und Weltkenntniß. Zuden obern geistlichen Stellen wurden Männer vonGeburt, oder von Talent und Sitten durch ihn be-fördert. Die Bischöfe kannte der König oder lerntesie kennen, und begegnete ihnen nach ihrem Stande.Wo und wann haben sich so gebildete Männer imKlerus zusammengefunden, als unter ihm? Außerden genannten sind Harlay, Flechier, Massil-lon, der Kardinal von No ailies und so viele andre,weltbekannte Namen.

Wie indessen der Anstand nirgend Alles ist,so ist ers am wenigsten dem Stande, der schon sei-nem Namen nach Geist und Wahrheit seynsoll. Wer mag es sich laugnen, daß hinter diesergeistlichen Beredsamkeit, Weltklugheit und Prälaten-würde sich auch hohle Leere versteckte? Bof-fne ts Weltgeschichte z. B. ist bey schönen Tiradenein deklamatorisches Luftgebäude, auf das unhaltbarePrinzipium eines erwählten Volks Gottes gebaut.

Einem