Band 
Adrastea I.
Seite
185
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unter Wilhelm und Anna. »85

also nicht Einerley, daß beym Gebrauch beyder Be-urtheilung nöthig sey. wo und in welchem Maasjedes seine Stelle finde, daß ein unzeitig-angebrach-ter Scherz, ein ungesalzner Spott das Widrigste,das Abgeschmackteste sey, das im Umgänge der Gei-ster mit einander je stattfinde; dies alles sind so ge-meine Erfahrungen, daß über sie eine stumpfe Be-lehrung lieber schweiget.

Daß aber auch jede Ucberstrengung nurgehoben wwden kann, wenn man die Saite nach-laßt , daß man Jdeenverbin düngen, die inKramp fe des Gehirns übergegangen, nur durchein Spiel andrer benachbarten Fibern sanft löset,daß man dem eingeschlossenen Kranken frische Luft,dem über Einen Gegenstand Hinb.rütenden AndreGegenstände, dem Blinden nach und nach Licht, denBetrübten Töne und Situationen des Frohsinns zuihrer Heilrng oder Aufheitrung gebe, dies wollenAerzte nickt nur, sondern der gesunde Verstandselbst, in Krankheiten Äeser Art der beste Arzt derSeele. Ait Recht nannte Shaftesburi seinen Ver-such üb r die Freyheit des Witzes undFrohsints ssnsns ennirriunis. Wie demErasmus, so ist manchem andern sein gefährlichesGeschwür u rechter Stunde durch ein wohlthätigesLachen angegangen; dies Lachen machte eine ernst-schmerzhafere Operation »»nöthig. Da Lachen undScherz. Witz und Humor Ueber gange sind undmehr nich als solche seyn wollen; wer wollte diesefrohen Jnernuncieu zwischen Wahrheit und Albern-heit oder Thorheit verrufen oder lästern ? Wer wolltesie aber mch zu letzten, höchsten Endur-theilern erwählen ?