29A V. Die Großen
rer König von Pohlen finden, wenn Ers nicht seynwolle; August solle es nie werden."
Der Pforte selbst war Karl jetzt überlästig, zu-mal sich bey ihr keiner als der Französische Gesand-te seiner annahm, die Gesandten der Kaufmanns-machte waren ganz auf des Ezars Seite. Lebendigoder todt sollte er endlich nach Adrianopel geliefertwerden, da er sich dann zu Warnitza mit sei-nen wenigen Leuten in seinem Hause so herzhaftwehrte!
Die ihm dies für Tollkühnheit anrechnen, mö-gen angeben: was er denn hatte thun sollen? Gnug,er erreichte seinen Zweck, und setzte sich, nachdem erseine zu Türkischen Sklaven gemachten Treuen be-freyet hatte, sobald es Ihm gefiel, mit seinem imWiderstände gegen die Türken verbrannten Gösicht, zuPferde und ritt, von einem Gefährten begleitet, vonDemotika nach Stralsund, d. i. 286 Meilen in 14Tagen. Ein Ritt, den kein Monarch Europa's ge-macht hat, schwerlich auch machen wird. Um uner-kannt zu seyn, steckte der König unter einer Perückein einem schlechten braunen Rock'. Er sattelte seinPferd selbst, wie sein Gefährte Döring, trankseiner Gewohnheit nach nur Wasser, und kam überWun, Regensburg, Franken, Hessen u. f. den 11.Nov. 1714 nach einem fünfjährigen Aufenthalt inder Türkey um Mitternacht vor Stralsund an. Wasihn dort so lange zurückgehalten hatte, war sein u»-ablaßiges Streben, in einem großen Plan durch diePforte das zu bewirken, wozu er unter christlichenMachten keinen Beystand sah. Im tiefsten Unglückzeigte e-r eine große, unerschütterliche Seele.