Band 
Adrastea I.
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35 r V. Die Großen

schreitenden Aufklärung stimmte damals, wie immer,der bessere Theil der Menschen wenigstens insgeheimbey; des alten Wustes im Dogmatisiren und Ver-folgen war man müde. Auch wo sie unvorsichtigirre ging, nahm man an der Tendenz zum Neuen,zum Freyen, zum Verständlichern, zum Bessern, inden Ländern Brandenburgs Amheil.

4. Dazu kam das neue Jahrhundertund der neue Kalender; Umstände, oder wennman will, Nichtigkeiten, die in die Gemüther derMenschen unglaublich wirkten, und der Erwartungeinen neuen Schwung gaben. Der dreissigjährigeKrieg hatte Deutschland zerrüttet und arm gemacht;bald folgten dem Westphälischen Frieden, gemäßdieser Zerrüttung, kleinkreisige Pracht, Luxus, neueKriege. Man sihnte sich nach dem Jahr 1701 alsnach einer neuen Epoche in Ordnung derDinge zum Heil der Menschen; der Zah-len r6oo war man müde. Mit Staunen sieht mandie Gährung, die damals in Herzen, Seelen undSchriften wallte, und sich in Vorschlägen und from-men Wünschen, oder gar in Weissagungen, eifrigenStcafreden und Berechnungen der Strafe ausgoß.Von oben erwartete man Hülfe; unter dem Druckder Zeit, unter der Streitsucht der Mächtigen wieder Gelehrten sah man das tausendjährigeReich nahen; man wünschte und berechnete seineAnkunft. Pietisten, Schwärmer und Mathematikertheilten sich in diese fromme Wünsche. Auch inGesängen und Liedern strömten sie aus, wie sie sichzedem neuen Ereigniß als einem Zeichen derZeit anschlössen, und es deuteten und beseelten.In einer solchen Krisis der Zeiten nahm Friedrich

die