Band 
Adrastea I.
Seite
469
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des vergangenen Jahrhunderts. 469

die der Astronomie voranging; in manchen Landernund Ständen ward sie über die Gebühr verlängert.Au KepplerS Zeiten galt der Mathematlkus für einenZ e i ten w a h rsa g e r aus Sternen. „Man hält esfür Amtspflicht des Mathematikers, Jahres-Pcog-nostika zu schreiben/' so fängt Kepplcr Eine seinerSchriften an, die er dem Edeln von Nosenberg zumNeujahrsgcschenk sandte *). Ob er wohl diese Kunsttief verachtete, und ihren Ungrund zeigte, mußte ersich ihr doch unterziehen: denn auch an Kaiser undStände scheint ihn gerade dieser Theil seines Amtszunächst gebunden zu haben, wie sein Lricf an denKaiser Rudolph, seine Andeutung des SterbejahrsMatthias u. f. zeiget**).

Wie weit fortgerückt hierin war das ZeitalterNewtons! Dieser tadelte sogar die Anwendung derAnalysis auf praktische geometrische Ausgaben, wel-ches er einen falschen Geschmack nannte ***). Erdurfte die Wissenschaft rein behandeln; hoch und ge-sichert stand er über den Meynungen des Pöbels.

*) Oe knuänmeutis LstroloAi-cs oertioridus. ?ra-K»s, welche Schrift Kästner, von ihm selbst un-gesehn, aus Weidlers Verzeichniß anführt. cGesch.der Mathem. S. 22 g.). Sie enthalt ,5 rliesssund den Schluß. In den Sätzen selbst, so wiein der Dedikation, spricht Keppter laut und klargegen die Sterndeuterey, und doch mußte er so-gar politisch sterndeuten.

") Siehe Kästner S. 368.

*") Newtons Leben im Brittischen Plutarch. Lh. 6.S. bo.