4^3 VI. Wissenschaftliche Ereignisse u. Charaktere
düngen andrer wirket, trennen Swedenborgs nie-ver-Mischte Gesellschaften des Himmels; dort wie hierfliehen oder suchen sich die Wesen, verschieden voneinander, und bey aller Mannigfaltigkeit Ein Gan-zes durch Gemüth, Kenntnisse und thätige Liebe.Wie andre Weltweise, Jener eine Sonnenstadt, Die-ser eine platonische Republik träumte: so spiegeltSwedenborg, der zu Weltklug war, als daß er po-litische Träume ausspinnen wollte, eine H i in-nre! swelt aus sich heraus, in der das Menschlichejm Menschen, Wabrheit und Güte, entnommen demIrdischen, wirket; eme Oeconornia ccwlsstis. DerAusdruck, mit dem er seinen Zustand bezeichnet:„sein Innres sey aufgethan worden " ist der eigent-lichste in einem andern Verstände. Denn allerdingsgeht sein Innres, sein Ideal menschlicherNatur und Güte in seinen Träumen hervor.Hätte Swedenborg eine Moral geschrieben, würde ersie auf dieselbe Nvrmalbegriffe Wahrheit undGüte gebauek haben. Die Geheimnisse, die erin der Geistcrwelt entdecken wollte, sind in jedesMenschen Geist und Herz geschrieben.
„Wie sprach Swedenborg also mit seinen En-geln?" Wie man mit seinen Gedanken spricht; En-gel und Geister waren seine Gebilde. Nur personi-sizirte er wissentlich sie nicht; als Visionenwaren sie vor oder in ihm; dieser Zustand warKrankheit. Eine gefährliche Krankheit, weil in sieder Uebergang -so leicht ist. In manchen Zuständendes Gemüths sind Menschen der Vision nahe; Nei-gung und Leidenschaft kann sie fordern. Wahrschein-lich war Swedenborg durch starke Intention der Ge-danken, die auch in seinen wissenschaftlichen Werken