Band 
Adrastea III.
Seite
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42 Briefe zu Beförderung

bemerkt, was an dem Wort Blut, Blutschande,Blut-freunde, Blutgericht für eine Reihe schädli-cher Wahnbilder hange; mit dem Wort Erb, Ei-genthum, Vesitzthum u. f. ists oft nicht an-ders. Zu unsern Zeiten haben wies erlebt, was dieWortschalle RecHte, Menschheit, Freiheit,Gleichheit bey einem lebhaften Volk für einenTaumel erregt; was in und außer seinen Grenze»die Sylben Aristokrat, Demokrat für Zankund Verdacht, für Haß und Zwietracht angerichtethaben. Zu andern Zeiten war es das Wort Reli-gion, Vernunft, Offenbarung, selig-machender Glaube, Gewissen, Loveirant,Ili6 Lause« salev u. f. Unschuldige Farben, dieGrünen und Blauen, die Schwarzen undWeißen; Losungsworte, mit denen man kei-nen Begriff verband, Zeichen, die gar nichtssagten, haben, sobald es Parthcien galt, im Wahn-sinn Gemüther verwirrt, Freundschaften und Fami-lien zerrissen, Menschen gemordet, Länder verheeret.Die Geschichte ist voll solcher Abadonnischer Namen,so daß man ein Wörterbuch des Wahnesund Wahnsinnes der Menschen aus ihrziehen, und dabey oft die schnellsten Abwechselungen,die gröbsten Gegensätze bemerken würde.

Wahn und Wahnsinn find überhaupt nicht soweit von einander, als man glaubt. So lange der' Wahn sich in einem Winkel der Seele aufhält, undnur wenige Ideen angreift, behält er diesen Namen;verbreitet er seine Herrschaft weiter und macht sichdurch lebhaftere Handlungen sichtbar; so nennt manihn Wahnsinn. Wer kann nun jeder Zeit das Mehr