Band 
Adrastea III.
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Briefe zu Besö r derun g

tcn aber weder diesen noch jenen erbittern und rei-zen. Denn eben durch dies Emittern und Reizen,(dies zeigt die Geschichte) wird der Wohn Wahn-sinn. Dadurch aber habe ich weder dem Kranken,noch mir geholfen: es sey denn, daß ich ihn wirk-lich toll machen w o l lk«.

Eben auch die Geschichte lehrt zweitens,daß weder Gewalt noch Uebcrredung, am wenigstenmit Uebcrredung verschleierte Gewalt und mit Ge-walt unterstützte Ueberrevung den Wahn .her Men-schen auszutilgen oder zurecht zu brtllge" vermöge.Durch Waffen werden Irrthümer weder bestrikten,noch ausgerottet; der schlechteste Wahn hingegendünkt sich eine Märtyrer-Wahrheit, sobald er mitBlute gefärbt dastehet. Eben durch dergleichen ge-waltsame Schleichmittel sind Irrthümer, die sich selbstbald überlebt hätten, Meynungen, von denen die Be-trogenen in kurzem zurückgekommen wären, schädlichverewiget worden. Nie hat die reine Wahrheit mitschlauer Politik etwas zu schaffen gehabt, so wenigdie Politik es je zum Zweck gehabt hat, reine Wahr-heit zu befördern. Jede geht ihren Gang, und nurKinder lassen sich von politischen Wahrheitphrasendieser oder jener Parthei, oder wie die Griechen sa-gen, von der Svada mit der Geißel in derHand täuschen.

Drittens. Das einzige Mittel, wie mandem Wahn bekommen kann, ist, daß man ihm. nicht beizukommen scheine. Man schütze sich vor ihmund lasse ihn seines Weges wandern; oder man zer-streue ihn und bringe ihn ohne gewaltsam« Ueber«-