der Humanität. i8r
In die Zeiten Griechenlands oder Roms sichzurückwünschen, wäre thöricht; diese Jugend derWelt, so wie auch das eiserne Alter der Zeitenunter Roms Herrschaft ist vorüber; schwerlich dürf-ten wir, wenn auch ein Tausch möglich wäre, indem was wir eigentlich begehren, bei dem Tauschegewinnen. Sparta's Vatcrlandscifer drückte nichtnur die Heloten, sondern die Bürger selbst undmit der Zeit'andre Griechen. Athen siel seinenBürgern und Eolonien oft hart; es wollte mit sü-ßen Phantomen getäuscht seyn. Die Römische Va-terlandsliebe endlich ward nicht für Italien allein,sondern für Rom selbst und die gesammte Römer-welt verderblich. Wir wollen also aufsuchen, wasW i r am Vaterlande achten und lieben müssen, da-mit wir es würdig und rein lieben.
i. Isis, daß einst Götter vom Himmel nie-derstiegen , und unsern Vätcrn dies Land anwiesen?Ists, daß sie uns eine Religion gegeben und unsreVerfassung selbst eingerichtet haben? Ueberkam durcheinen Wettkampf Minerva diese Stadt? BegeisterteEgeria unsern Numa mit Träumen? — EitlerRuhm: denn wir sind nicht unsre Väter. Sindauf Minerva's heiligem Boden der großen Göttinwir unwerch, reimen sich Numa's Träume nichtmehr mit unsern Zeiten: so steige Egeria wiederaus der Quelle, so lasse Minerva zu neuen Be-geisterungen sich vom Himmel hernieder.
Ohne Bilder zu reden, es ist für ein Volkgut und rühmlich, große Vorfahren, ein hohesAlter, berühmte Götter des Vaterlandes zu haben,