der Humanität.
3i9
69.
Allerdings eine gefährliche Gäbe, Machtohne Güte, erfindungsreiche Schlau ig-keit ohne Verstand. Nur können, haben,herrschen, geniessen will dcr verdorben-/ cultivicte Mensch, ohne zu überlegen, wozu er kön-ne? was er habe? und ob was er Genuß nenne,nicht zuletzt eine Ertödtung alles Genusses werdenWelche Philosophie wird die Nationen Europa's^vondem Stein des Sisyphus, vom Rade Jxions erlösen,dazu sie eine lüsterne Politik verdammt hat?
In Romane» beweinen wir den Schmetterling,dem dcr Regen die Flügel netzt; in Gesprächenkochen wir von großen Gesinnungen über; und fürjene moralische Verfallcnhcit unsres Geschlechts, ausdcr alles Uebel entspringt, haben wir kein Auge.Dem Geiz, dem Stolz, unsrer tragen Langenweileschlachten wir tausend Opfer, die uns keine Thränekosten. Man hört von dreißigtausend um nichts aufdem Platz gebliebenen Menschen, wie man von hcr-abgeschüttelten Maikäfern, von einem verhageltenFruchtfelde hört, und wird den letzten Unfall viel-leicht mehr als jene bedaurcn. Oder man tadelt,was in Peru, Ismail, Warschau geschah, indemman, sobald unser Borurtheil, unsre Habsucht da-bei ins Spiel kommt, ein Gleiches und ein Aerge-res, mit verbissenem Zorn wünschet.
So ists freilich. Es ist ein bekannter, undtrauriger Spruch, daß das menschliche Geschlechtnie weniger liebenswerth erscheine, als wenn esNa tion e n-w ei se auf einander wirket.