der Humanität. 401
Naturgeschöpfen ein eignes Reich ausmacht, aufandre Reiche bauend, in andre hineingreifend: sodas Menschengeschlecht mit dem besondern und höch-sten Abzeichen, daß die Glückseligkeit Aller von denBestrebungen Aller abhängt und in ihm bei der grö-ßesteiss Verschiedenheit in dieser sehr erhabnenEinheit allein statt sind«. Wir können nichtglücklich oder ganz würdig und moralisch-gut seyn,so lange j. B. Ein Sklave durch Schuld der Mcn-sthen unglücklich ist: denn die Laster und böseGewohnheiten, die ihn unglücklich machen,, wirkenauch auf uns oder kommen von uns her. Die An-maaßung,. der Geiz, die Weichlichkeit, die alleWelttheile betrügt und verwüstet, haben ihren Sitzbei und in uns; es ist dieselbe Herzlosigkeit,die Europa wie Amerika unter dem Joch halt. Da-gegen auch jede gute Empfindung und Uebung einesMenschen auf alle Welttheile wirket. Die Ten-denz der Me nschennatckr fasset ein Univer-sum in sich, dessen Aufschrift ist: „Keiner fürsich allein, jeder für Alle; so seyd ihr alle eucheinander werth und glücklich." Eine unendlicheVerschiedenheit, zu einer Einheit strebend, die inallen liegt, die alle fördert. Sie heißt, (ich willsimmer wiederholen)) Verstand, Billigkeit, Güte,Gefühl der Menschheit,
Herders Werke j. Phll. u. Grsch. AN Er III.