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II.
Nicht lange sollte sich Schleuniger ausschließlich dem Lehrer-berufe widmen; er wurde in die politische Laufbahn hineinge-drängt. Wie das kam, das erzählt er selber, wenn er schreibt:„Den Kampf der beiden politischen Parteien verstund ich langenicht, ich glaubte immer, er beruhe auf Mißverständnis; ichverfocht Freunden gegenüber die gute Absicht mancher gesetz-geberischer Akte und regierungsrätlicher Verfügungen. Indessenkamen Dinge zum Vorschein, wie z. B. das Novizengesetz, welchesmich durch das Widersprechende in Zweck und Inhalt stutzigmachte ... Es kam der Augenblick, wo das Bünzerkomiteverhaftet wurde . . . Mein ganzes Gemüt empörte sich gegenein solches Verfahren, welches ich ab Seite meiner Regierungfür unmöglich gehalten hatte. Die auf den Freiämteraufstandbezüglichen Akten in der Hand ward ich mit einen: Schlagezum entschiedenen Gegner der Regiernngspvlitik gestempelt.War ich ein besonderer Freund der Klöster? Mit Nichten.Aber wer ist nicht unwiderstehlich auf die Seite hinge-zogen, wo n:an Unrecht leidet?"
Aus diesem Worte erhellt klar und deutlich, daß es nichtpolitisches Strebertum war, nicht selbstsüchtige Absichten, die denProfessor veranlaßten, sich in das politische Getriebe zu werfen,sondern das reine, lautere Streben, den gedrückten Katholiken,die ohne politische Leitung waren, als Wortführer zu dienen.Sein Rechtsgefühl empörte sich insbesondere gegen die „BadenerConferenzartikcl," durch welche die katholische Kirche des Aargausin ihrer Unabhängigkeit und Freiheit bedroht wurde.
Schleuniger erkannte sofort die Bedeutung und Wich-tigkeit der Presse in den: Kampfe, den er zu unternehmenentschlossen war. Er gründete daher als Organ der konser-vativen Vvlkspartei, an deren Spitze er zu treten beabsichtigte,in Baden die „Limmatstimme". Von dem Kreise Klingnan ließer sich in den Großen Rat wählen, nur nicht blos journalistisch,